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Publishingsysteme

„Wir waren für viele zu teuer“

Dieter Reichert hält das Corporate Publishing für einen der wichtigsten Medien-Wachstumsmärkte. Das censhare Publishing-System soll dem Markt – frisch verpackt – bald eine noch passendere Plattform bieten – nicht nur maßgeschneidert und flexibel, sondern auch preislich attraktiv. CPWISSEN fragt nach.

„Wir waren für viele zu teuer“

Herr Reichert, wie viele Corporate Publisher haben sich bislang für Ihr Publishingsystem entschieden?
Bislang sind es drei strategische Partner. Aber ich bin überzeugt, dass es bald mehr werden.

Lassen Sie uns raten: bei diesen dreien handelt es sich um die CP-Units von Verlagen?
Das stimmt. Unser komplexes System hat bislang vor allem Verlagshäuser überzeugt mit Produktion, Vermarktung und Vertrieb unter einem Dach. Am Erfolg des Corporate Publishing sind aber auch viele kleinere Verlage und Agenturen beteiligt. Für die wiederum waren wir zu teuer.

Heißt das nun, dass Sie aus Zuneigung zu den Kleinen die Preise senken?
Das heißt, dass wir mit einem noch sehr viel exakter auf die Bedürfnisse des CP zugeschnittenen Angebot auf den Markt kommen werden. Die besondere Situation im CP ist doch die, dass vergleichsweise kleine Agenturen komplexe Medienprozesse zu stemmen haben. Zum Kundenmagazin kommen Online-Auftritt, Microsites, E-Magazin, iPad- und Mobile-Versionen, Broschüren oder Corporate Book. Oft gibt es von allen Medien auch noch unterschiedliche Sprachversionen. Dabei haben leider manche Medien eher kurze Laufzeiten beim selben Dienstleister.

Und wie lautet Ihre Lösung?
Im Sinne von Software as a Service (SaaS) werden wir Corporate Publishern ein Hostingpaket bereit stellen samt Server, Hard- und Software, Internetgebühren – alles was heute meist mühsam und teuer selbst zusammengestellt werden muss. Den technischen Support beim Einrichten und Betreuen liefern wir auch gleich noch mit – ohne mittel- und langfristig Kapital zu binden. Der Zugriff auf das System erfolgt über einen Client Server oder direkt über das Internet mit unserem Web-Client.

Könnten Sie das Geschäftsmodell noch etwas präzisieren?
Pro Projekt und Aufgabenstruktur wird eine gewisse Hosting-Gebühr fällig. Sie passt sich dem Auftragsvolumen an. Kommt ein neues Projekt hinzu, steigen die Hosting-Gebühren etwas. Fällt eines weg, dann reduzieren sie sich.

Variieren die Preise auch nach den Medienkanälen, ist beispielsweise das iPad-Modul billiger als das für ein Kundenmagazin?
Ja, genau. Aber alle Preise sind transparent und über eine Preisliste jederzeit online abrufbar.

Wir zweifeln nicht, dass Sie das technisch auf die Reihe bekommen. Aber ihr Ruf als ebenso versierter wie teurer Publishing-Partner eilt Ihnen nun mal voraus. Was soll Ihr SaaS-Modell denn monatlich kosten?
Ich kann Ihnen heute keine Preise nennen. Nur soviel: Unser Angebot wird für den Großteil der Corporate Publisher attraktiv sein. Und Qualität hat seinen Preis, auch bei Corporate Publishern. Doch es geht in Zukunft noch mehr darum die Preise an die Leistungen zu koppeln.

Wann lassen Sie die Katze aus dem Sack?
Am 13. September fällt der Startschuss; censhare 4.0 präsentiert sich der Öffentlichkeit. Und den werden wir mit einem Event auch gebührend feiern.

Sie wachsen in letzter Zeit immer stärker in die Rolle eines Publishing-Propheten hinein. Ihre Einschätzungen leiten Sie von einem Paradigmenwechsel in der Wirtschaft ab. Was können Sie dem CP orakeln?
Im Markt kristallisieren sich immer deutlicher die Verfechter von Ökologie und Nachhaltigkeit als die Gewinner heraus. Wir erleben das gerade in der Energieversorgung,in der Autoindustrie, selbst in der Finanzwirtschaft. Die einseitg auf Gewinnmaximierung fokussierte Denkweise gilt bereits vielen Firmenlenkern als antiquiert. Neue, kooperative Denkweisen sind gefragt. Collaboration – nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch unter Mitbewerbern – ist die Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Und Corporate Publishing wird als Instrument der strategischen Kommunikation diese neuen Formen von Collaboration natürlich inhaltlich mitvollziehen.

Und welche Rolle spielt dabei censhare?
Wir bieten mit unserem Publishingsystem eine Basis für die neuen, ebenso schnellen wie komplexen Kommunikationsprozesse. Zugleich wollen wir unsere Mitbewerber von K4 bis Woodwing nicht als zu bekämpfende Konkurrenz sehen, von denen wir uns mit Marketinggeschwätz abheben. Ich bemühe mich selbst gerade intensiv um Transparenz in diesem Markt.

Haben Sie den Kooperationsvertrag mit K4 bereits in der Schublade?
Ich will nichts ausschließen. Auch die Systeme unserer Mitbewerber haben ihre Vorteile. So wie censhare die seinen in einem All-in-One System hat. Es geht für die Kunden um Transparenz von Stärken und Schwächen.


Auf einen Blick

Hier sieht Dieter Reichert die zentralen Vorteile des censhare Publishingsystems
• Inhouse entwickelt: kein aus Teilen verschiedener Hersteller zusammengefügtes Ganzes.

• Marktvorsprung bei einzelnen Modulen wie dem iPad-App. Beispiel: Die App ist mit der censhare Datenbank verbunden. Zur Nutzung ist kein zeit- und platz beanspruchender Download der App nötig. Wir nutzen InDesign, wie auch HTML5. Das sorgt für mehr Flexibilität.

• Gute Benutzerführung, vor allem bei der neuen censhare Version 4.0: alle Funktionen, jeder Wechsel von einem Medienkanal zu einem anderen, erschließt sich intuitiv und schnell per Knopfdruck.



© CPWISSEN am 29.06.2010 13:00

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