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Kommunikationsstrategie

Newsrooms erobern die Corporate Communication

Daimler, Heidelberger Druckmaschinen und andere Unternehmen steigern bereits die Wirksamkeit und Effizienz ihrer Kommunikation mit Newsroom-Konzepten. Wie sie funktionieren, zeigte die erste Konferenz „Newsrooms für Corporate Media“ bei der Buchakademie.

Newsrooms erobern die Corporate Communication
Newsroom-Berater Marco Olavarria, Kirchner + Robrecht management consultants

„Es gibt Projekte, die wir ohne unseren Newsroom so nicht hätten realisieren können“, resümiert Roland Hunger ein Jahr Newsroom-Betrieb bei der Daimler AG. Hunger präsentierte das neue Organisationskonzept auf der Konferenz „Newsrooms für Corporate Media“, die erstmals von der Akademie des Deutschen Buchhandels gemeinsam mit Kirchner + Robrecht management consultants veranstaltet wurde.

Daimler steuert aus seinem Newsroom die interne Kommunikation mit insgesamt 16 Publikationen, das Mitarbeiter-Portal und eine Reihe externer Medien – unter anderem das Mercedesmagazin, das Innovations- und Technologiemagazin TECHNICITY sowie Sonderprojekte wie aktuell 125! Jahre Automobil.

Im Newsroom bündelt Daimler sowohl die medialen als auch die thematischen Verantwortlichkeiten. Bereichsübergreifende Quartalsplanungen, wöchentliche Redaktionssitzungen und tägliche 15 Minuten-Meetings ermöglichen ein durchgängiges Themen- und Newsmanagement – und vermeiden Mehrfacharbeit, worauf Roland Hunger besonders hinweist.

Auch Adriana Nuneva, Head of Global Marketing & Communications der Heidelberger Druckmaschinen AG, hat Newsrooms schätzen gelernt. Bei Heidelberger wird der Newsroom-Ansatz noch umfassender als bei Daimler eingesetzt: Sowohl Marketing und Public Relations als auch die interne Kommunikation werden dort zentral aus einem Newsroom heraus gesteuert. Und zwar für den Einsatz in allen 170 Märkten, auf denen Heidelberger aktiv ist.

Das Newsroom-Team sorgt gemeinsam mit einem „Clearing Team“ für das Entwickeln der weltweit eingesetzten Kernbotschaften und das Erstellen des Contents. „Wichtig ist, dass der Kerncontent zentral erstellt, aber vor Ort adaptiert wird“, erläutert Adriana Nuneva ihren Ansatz.

Die eine Blaupause gibt es nicht
Beide Beispiele zeigen: Jedes Unternehmen muss sein spezifisches Modell entwickeln. Eine Erfahrung, die auch Marco Olavarria, Kirchner + Robrecht management consultants, aus seiner Beratungstätigkeit unterstreicht (siehe auch CPWISSEN 07.03.2011). Dies sollte jedoch kein Hinderungsgrund sein, sich mit dem wichtigen Thema des zentralisierten Contents zu beschäftigen, so Olavarria. Dass Unternehmen die Organisation ihrer Kommunikation neu aufstellen müssen, ist für ihn keine Frage: „Wer die aktuellen und die zukünftigen Anforderungen an wirksame und effiziente Kommunikation analysiert, erkennt schnell, dass eine verstärkte Koordination und die entsprechende Optimierung der Prozesse enorm wichtig ist. Und genau hier hat die Newsroom-Philosophie ihre Stärken.“

Unternehmen können sich einiges von Verlagen abschauen, die das Konzept des Newsrooms schon seit Jahren erfolgreich einsetzen. Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer der Axel Springer AG, bringt es so auf den Punkt: „Ohne Newsroom kein multimediales Publizieren.“

Zentrale technische Voraussetzung eines Newsrooms ist ein tragfähiges Publishingsystem. Die Buchakademie veranstaltet zum Thema "Redaktionssysteme für Corporate Media auswählen und implementieren" am 27. Mai 2011 ein Seminar mit Michael Pohl, Berater von Kirchner+Robrecht Management Consultants.
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© CPWISSEN am 04.04.2011 14:19

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