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Oliver Wymann Studie

Energieversorger schwächeln beim digitalen Marketing

Stromanbieter in Deutschland lassen noch viel Potenzial beim digitalen Marketing liegen – so die Unternehmensberatung Oliver Wymann. Am besten macht es Eon.

Stromtrasse

Bild: Casey Horner

Die Analyse verglich deutsche mit britischen Versorgern. Die Erkenntnis: Vor allem Stadtwerke haben noch Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung. Britische Versorger reagieren dagegen bereits stärker auf wichtige Digitaltrends. Dennoch kommen beide Märkte beim Digitalisierungsgrad nur auf einen Indexwert von 51 von 100 (Deutschland), bzw. 52 (Großbritannien).

Bewertet wurden digitales Marketing, digitale Vertriebsstrategie sowie Funktionalität des Kundenportals. Die Kernfragen des Dreiklangs: Wie gut wird ein Interessent abgeholt, wie reibungslos gelingt der Übergang zum Kundenstatus - und wie viel Service bietet das Web-Portal? "Über alle Unternehmen und Funktionen hinweg befinden sich die deutschen Versorger bei der Digitalisierung auf halber Wegstrecke", kommentiert Thomas Fritz, Energieexperte und Partner der Strategieberatung Oliver Wyman, das Ergebnis.

Ein allzu langes Zögern dürfte sich rächen, so Jörg Stäglich, Leiter der europäischen Energieversorger-Practice von Oliver Wyman: "Die Wechselbereitschaft der Kunden steigt zusehends. Außerdem ist eine überzeugende Digitalstrategie in Richtung Verbraucher die Basis für ein funktionierendes Energiemanagement, das mit der Verbreitung von Smart-Metern Einzug hält." Auch sei nicht auszuschließen, dass globale Tech-Konzerne wie Google oder Amazon das Feld der Bereitstellung für sich entdecken sowie branchenferne Unternehmen wie beispielsweise die Deutsche Bahn, die seit vergangenem Jahr auch Strom anbietet.

 

Vorreiter im Digitalmarketing in Deutschland ist laut Untersuchung Eon. Der Essener Konzern steigert die Zahl seiner Erstkontakte, indem er Texte für Suchmaschinen optimiert und in sozialen Medien überdurchschnittlich aktiv ist. Auch die Innogy-Tochter Eprimo, die im Discount-Segment unterwegs ist, schneidet mit einer attraktiven Webseite gut ab. Ebenso spielt die EnBW-Tochter Yello mit einer überzeugenden App im Digitalmarketing weit vorne mit.

Bei der Frage, wie effektiv die Digitalisierung auch im Vertrieb genutzt wird, erreichte der Hannoveraner Anbieter Enercity die Top-Platzierung. Grund ist die praktische App, die einen einfachen Vertragsabschluss ermöglicht. Auch ein Scan der Zählernummer und der Bezahlkarten sowie ein Live-Chat mit dem Versorger sind im Angebot. Der Vattenfall-Ableger Enpure schließt mit einer intuitiven Vertragsabschlussstrecke per App sowie zeitgemäßen Bezahlfunktionen ebenfalls gut ab. Auch Innogy überzeugt mit seinem Live-Chat.

Klassenbester beim Kundenportal ist Yello, ein weiterer Vertreter aus dem Discount-Segment. "Die Visualisierung des Verbrauchs und dessen Projektion sind gut gelöst, alle Dokumente sind digital, Abschläge können auf Knopfdruck angepasst werden - der Kundendienst ist Tag und Nacht erreichbar", loben die Studienautoren. Auch der Digital-Angreifer Enpure bietet moderne Features im Kundenkontakt - etwa Zählerstandserfassung per Kamera und Push-Nachrichten. Und auch Enercity punktet mit digitalem Mehrwert: Dazu zählen das Erstellen einer Sofortrechnung innerhalb von wenigen Sekunden nach Eingabe des aktuellen Zählerstands, digitalisierte Dokumente, Live-Chat sowie eine Visualisierung und Prognose des Verbrauchs.

Für die Studie Digital Energy Retail Index untersuchte Oliver Wyman im April 2018 die Kundenportale von 32 Energieversorgern in Deutschland und 25 im Vereinigten Königreich anhand von 81 Kriterien und 141 messbaren Datenaspekten.  

Wie Chatbots bei Energieversorgern eingesetzt werden können, lesen Sie hier im Inverview mit Axel Banoth, Trurnit.

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© CPWISSEN am 24.01.2019 15:04

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