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Kirchhoff Consult

CEO-Sprache wirkt sich auf Unternehmenswert aus

Der Ton macht die Musik – und den Aktienkurs, so eine Analyse der CEO-Kommunikation von Aktienunternehmen.

KI Studie

Die Hamburger Agentur für Finanzkommunikation Kirchhoff Consult untersuchte die CEO-Sprache auf Tonalität mittels Künstlicher Intelligenz gemeinsam mit Precire Technologies aus Aachen und dem Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling an der HHL – Leipzig Graduate School of Management. Basis waren Vorstandsvorwörter aus den Jahren 2015 bis 2017.

Die KI ermittelte die Ausprägung von 29 kommunikativen Faktoren wie "überdurchschnittlich aggressiv" und "impulsiv" bis "unterdurchschnittlich innovativ". Auffällig: Bei vielen Unternehmen schwankt die Tonalität des Vorworts von Jahr zu Jahr deutlich. Hier wird Potenzial verschenkt, so die Studienautoren. Denn das Vorstandsvorwort unterstreicht im Idealfall Unternehmensidentität, Unternehmenswerte und Markenbildung positiv – Aspekte, die sich über kurze Zeiträume nicht sonderlich verändern sollten.

Stattdessen sind die Vorstandsvorwörter in Geschäftsberichten teilweise geprägt von Management- und Governance-Faktoren. So zeigt sich etwa, dass Vorwörter weniger kompetitiv und weniger inspirierend formuliert sind, wenn ein neuer CEO den Posten antritt, wenn starke Ankeraktionäre an Bord sind oder das Unternehmen eine hohe Ausschüttungsquote hat.

Zusammenhänge entdeckt die Analyse auch zwischen dem Ton des Vorstandsvorwortes und der gestreuten  Analystenprognosen. Auffallend hohe Streuungen treten bei Unternehmen mit besonders kompetitiven Vorwörtern auf, auffallend geringe bei Unternehmen mit besonders inspirierenden Vorwörtern. Klaus Rainer Kirchhoff, Gründer und CEO der Kirchhoff Consult AG:

"Besonders bemerkenswert ist für mich der in der Studie nachgewiesene Zusammenhang mit den Analystenprognosen der Unternehmen. Diese Erkenntnis belegt die große Bedeutung der Sprache in der Investor Relations-Arbeit und CEO-Kommunikation." 

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© CPWISSEN am 24.01.2019 15:20

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