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Gebührenerhöhung

Wenn Frank Appel voll auf Gelb schaltet – sieht die Pressedistribution Rot

Nicht nur der ADAC wird sein Mitgliedermagazin "Motorwelt" angesichts steigender Portokosten der Post auf den Prüfstand stellen. Die Preispolitik der Brief-Post stößt in der angeschlagenen Printbranche auf Unverständnis.

Briefträger

Gegenüber dem Handelsblatt sagte Post-Vertriebschef Martin Linde: "Im Presseversand müssen wir nächstes Jahr deutlich die Preise erhöhen". Was hat Post-CEO Frank Appel vor? Lässt er die Kunden für das Desaster büßen, das vor wenigen Monaten ans Licht der Öffentlichkeit kam, wonach die Kernsparte PeP (Postbriefe, E-Commerce, Pakete) ein Ergebnis von nur 600 Millionen Euro erwirtschaftet, statt der geplanten 1,6 Milliarden? Vorstand Jürgen Gerdes kostete das seinen Job. Und jetzt steigen die Preise.

Zwar bleibt Fakt, dass die Auflagenzahlen von Printprodukten mit wenigen Ausnahmen seit Jahren sinken. Aber noch ist der Markt lukrativ: Jährlich versenden Zeitschriften- und Zeitungsverlage rund 1,5 Milliarden Sendungen Pressepost mit der Presse Distribution, dem Presseservice der Deutschen Post. Mit "deutlich erhöhten Preisen" dürfte die Post vor allem Unternehmen und Organisationen zum weiteren Schwenk in die digitalen Kanäle ermuntern.

Der ADAC jedenfalls stellt schon mal seine Kommunikationsaktivitäten und -kanäle auf den Prüfstand und könnte ab 2020 aus dem Post-Vertriebsnetz aussteigen und eine Teilauflage nur noch an Tankstellen vertreiben. Ein herber Verlust für die Post. Die Wirtschaftswoche zitiert Insider, wonach der ADAC-Auftrag der Post jährlich 50 Millionen Euro eingebracht habe.

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© CPWISSEN am 24.09.2018 16:45

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