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Newsroom der Krones AG

Julia Leserer: Nicht lange planen – machen!

Seit rund zwei Jahren hat Anlagenbauer Krones inzwischen seinen Newsroom. Wir fragen Julia Leserer aus der Kommunikationsabteilung, was sich seither verändert hat.

Julia Leserer, PR, Corporate Communications und CSR, Krones AG

Frau Leserer, wie kam Krones zu seinem Newsroom und welche Rolle spielt er heute?

Den Anstoß gaben die Planungen zur drinktec, der Leitmesse unserer Branche, um die unterschiedlichen Messethemen zentral im Blick zu haben, sie für alle relevanten Kanäle und Zielgruppen aufzubereiten und gezielt zu veröffentlichen. Wegen des Erfolgs dieser interdisziplinären Arbeitsweise wenden wir das Konzept unserer Content Arena seitdem auf die Kommunikation im gesamten Krones-Konzern an. Sie unterstützt uns nicht nur dabei, Medienkanäle konzertant zusammenzuführen, Inhalte geschickt zu vernetzen und somit zielgruppengerecht und effektiv zu kommunizieren. Die Plattform ist auch eine Antwort auf die zunehmend nutzergetriebene, dialogorientierte Kommunikation.

 

Sie sehen den Newsroom als Work-in-Progress. Was meinen Sie damit?

Dass wir nach zwei Jahren immer noch mittendrin im Einführungsprozess stecken. Denn wir haben für die Einführung der Content Arena kein großes Budget gehabt, sondern mit einfachen Mitteln versucht, das Newsroom-Konzept auf unsere Bedürfnisse hin zu entwickeln und zu etablieren.

 

Wie dürfen wir uns eine Krones-Content-Arena konkret vorstellen?

Von Anfang an war klar, dass Content Arena nicht nur ein Projektname sein darf, sondern auch ein physischer Raum sein muss. Hier treffen wir uns jeden Morgen und besprechen alle Themen, die im Laufe des vergangenen Tages hereingekommen sind. Um sie zu dokumentieren und Arbeitsschritte festzuhalten, haben wir zunächst ganz pragmatisch auf Excel-Listen gesetzt, seit rund einem Jahr nutzen wir dafür Jira. Uns war und ist wichtig, dass unser Newsroom-Konzept nicht auf theoretischen Modellen fußt, sondern wir durch Learning by Doing unsere täglichen Abläufe und Prozesse genau unter die Lupe nehmen und daraus eine maßgeschneiderte Lösung entwickeln.

 

Welche Auswirkung hat das Newsroom-Konzept auf andere Krones-Abteilungen?

Von der Content Arena profitieren alle Bereiche im Konzern. Wendet sich ein Kollege oder eine Kollegin mit einem Thema an uns, das verschiedene Ressourcen erfordert – zum Beispiel Foto, Fach- und Blogartikel und das Einbetten auf der Website –, dann landet der Bedarf in der Content Arena. Hier wird ein zentraler Ansprechpartner bestimmt, der die gesamte Kommunikation plant, begleitet und steuert.

 

Inwieweit unterstützt der Newsroom agiles Arbeiten oder setzt es gar voraus?

Natürlich ist eine agile und eigenverantwortliche Arbeitsweise das A und O für den Erfolg eines Newsroom-Konzepts. Deshalb treffen wir uns in der Content Arena jeden Morgen, und zwar nicht nur Führungskräfte, sondern Vertreter aller Gruppen unserer Abteilung, um im Team zu entscheiden, ob und in welchen Kanälen wir über anstehende Themen berichten. Anschließend wird ein Konzepter definiert, der sich um die Umsetzung des kompletten Kommunikationskonzepts kümmert und dafür auch die benötigten Ressourcen innerhalb der Abteilung bei Bedarf organisiert. All das geschieht auf dem kurzen Dienstweg, um möglichst unbürokratisch und schnell handeln zu können. Ändern sich die Rahmendaten oder steht ein Projekt vor dem Abschluss, dann erfahren das natürlich die Teilnehmer der Redaktionskonferenz. So stellen wir sicher, dass jeder genau die für ihn relevanten Informationen erhält.

 

Wie vernetzt ist das Content Management im Unternehmen bereits?

Wir sind immer noch dabei, unsere Prozesse zu hinterfragen und etablieren. Aber langfristig möchten wir natürlich Redaktionsplanung und -umsetzung miteinander vernetzen und die vorhandene Systemlandschaft mit verschiedenen Content Management Systemen im Konzern vereinheitlichen. Lassen es Budget und IT-Abteilung zu, steht eine Headless Datenbank ganz oben auf unserer Wunschliste.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist das Einbinden unserer internationalen Kommunikationskollegen. Denn wir stehen zwar in regelmäßigem Austausch, möchten diesen aber noch intensivieren, sodass wir im Headquarter einerseits mehr mitbekommen, was in den Regionen passiert, und andererseits den Kollegen noch mehr Materialien und Informationen für deren lokale Kommunikation an die Hand geben können.

 

Was raten Sie Unternehmen, die gerade einen Newsroom planen?

Nicht lange planen, sondern einfach machen – auch, wenn es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit noch weit entfernt von der perfekten Hightech-Lösung eines Best-Practice-Vorbilds ist. Wir haben uns zu Beginn zwei- oder dreimal im kleinen Kreis getroffen, um die Rahmenbedingungen festzulegen. Die Ausarbeitung erfolgte dann im späteren Content-Arena-Team und zwar sozusagen im laufenden Betrieb. Denn nur so zeigt sich, was in der Praxis wirklich benötigt wird – und es entsteht ein Konzept, das maßgeschneidert ist für die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen.

 


Treffen Sie Julia Leserer als Referentin am 12.03. auf der CMCX in München

cmcx

© CPWISSEN am 11.03.2019 12:50

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