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Case Study

So kann Influencer-Marketing im Bankenwesen funktionieren

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sorgt mit Influencern für Bekanntheit seiner Zahlfunktion Kwitt. Heimat und Lucky Shareman unterstützen.

Challenge für Kwitt

Influencer Joey stellte sich für Kwitt verschiedenen Challenges in seinem Youtube-Format "Trau dich Joey". Bild: Joey’s Jungle

Die Fintechs haben den etablierten Banken verdeutlicht, dass sie jünger und unkomplizierter werden müssen, wenn sie auf dem Finanzmarkt bestehen bleiben wollen. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sowie die Sparkassen haben deshalb eine Funktion namens Kwitt in ihre Banking-Apps übernommen, die es à la Paypal ermöglicht, Geld an Freunde und Bekannte zu schicken. Wie das genau funktioniert, erklärten zwischen August und November 2018 insgesamt 110 Influencer ihren Followern.

Der BVR wertete die Kampagne aus und ist zufrieden. Stephan Arns, Referent Markenkommunikation und verantwortlich für die Mediaplanung beim Bundesverband: "Influencer-Marketing kann auch für erklärungsbedürftige Finanzprodukte funktionieren und einen positiven Effekt auf die Wahrnehmung der Marke haben."

Die Kampagne sollte Kwitt als Angebot der Volksbanken und Raiffeisenbanken nicht nur bekannter machen, sondern zugleich Kunden zur Nutzung aktivieren. Ergebnis: Im Vergleich zum Vorquartal stiegen im Kampagnenzeitraum die  Neuregistrierungen um 21 Prozent und die Zahlungen um 27 Prozent.

Die Kampagne entstand in Zusammenarbeit mit Geno Kom, Kontor Digital Media (KDM), Heimat und Lucky Shareman. Lucky Shareman wählte die Micro-, Mid- und Macro-Influencer aus, die 2,5 Millionen Follower mitbrachten und 376 Beiträge auf Instagram, Youtube, Twitch und ihren Blogs veröffentlichten. Die Reichweite lag bei 61 Millionen Kontakten.  

Neben klassischer Produkt-Promotion setzten die Influencer auf die Kombination von Challenges und Charity-Aktionen, um ihre Follower zu aktivieren. Dabei gingen sie in zwei Schritten vor: Zunächst erklärten sie die Kwitt-Funktion auf ihrem Kanal und kündigten eine Challenge an, die sie im zweiten Schritt promoteten. Um die Community zum Versenden kleiner Geldbeträge mit Kwitt an eine konkrete Handynummer zu animieren, durften Follower die Influencer vor Herausforderungen stellen. Je höher die Spende, desto schwieriger durften diese sein. So wurde einer der Influencer, Flo (@flowesterm) von einer Ladung Wasserbomben durchnässt, ein anderer, Joey, lief kaum bekleidet durch ein Brennesselfeld. Das gespendete Geld kam einer von 80 Stiftungen und Organisationen zugute, von der Kindernothilfe bis zum Tierschutz. Die Influencer wählten zuvor aus, welche Organisation sie unterstützen wollten.

Allein 110 Beiträge der Influencer auf Instagram erreichten über 11,2 Millionen Kontakte und rund 523.000 Interaktionen – was einer Interaktionsrate von 4,7 Prozent entspricht. 207 Instagram-Stories erzielten 27,4 Millionen Kontakte.Auf YouTube veröffentlichten die Influencer 39 Videos, die knapp 22 Millionen Views erreichten und zu rund 289.000 Interaktionen anregten.

Fazit: Die Markenbekanntheit von Kwitt stieg in der Followerschaft der eingebundenen Influencer um 27 Prozent. Bei Kampagnenende ordneten rund sechsmal so viele Nutzer wie vor der Kampagne die Kwitt-Funktion den Volksbanken und Raiffeisenbanken zu.

© CPWISSEN am 31.01.2019 09:58

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