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Customer Experience

Nissan macht im US-Markt vieles richtig – auch in der Kommunikation

Nissan Motor hat durch Top-US-Verkäufen gerade einen Gewinnsprung um fast 34 Prozent auf knapp 453 Milliarden Yen, das sind 3,4 Milliarden Euro, binnen neun Monaten hingelegt. Auch in der Kommunikation kann sich mancher Autobauer einiges abschauen.

L2 Auto

Um es vorweg klarzustellen: Dass Nissan in den USA zur Zeit reüssiert, liegt wesentlich an billigen Spritpreisen und günstigen Finanzierungsmöglichkeiten. Aber eben auch an einer klugen Marktstrategie und einer ausgetüftelten Kommunikation. Nissan gibt den US-Kunden, was sie schätzen: viel zu SUVs gestanztes Blech. Die Nachfrage nach Geländewagen und Pickups boomt – und Nissan kann sie in großer Modell-Vielfalt bieten.

Auch in der digitalen Kommunikation zeigt Nissan in den USA außergewöhnliches – und heimste sich dafür jüngst den ersten Platz im Digital IQ Index des international aktiven Marktforschers L2 unter 53 internationalen Automarken ein.

Im digitalen Marketing, im E-Commerce über die eigene Website, in der mobilen Kommunikation und in den Social Media biete Nissan mehr und besseres als die anderen 52, so L2. Innerhalb von fünf Bewertungsgruppen landet der japanische Autohersteller mit einem Digital IQ von 142 daher auf Platz eins in der Sieger-Gruppe "genial", noch vor der Fiat Chrysler-Marke Dodge. Zum Vergleich: Die deutschen Premiummarken erreichen nur die zweitbeste Gruppe "begabt" – BMW mit einem IQ von 129, VW mit 120, Daimer mit 119 und Audi mit 118. MINI schafft es mit 109 IQ-Punkten nur in Gruppe drei mit der Bewertung "durchschnittlich".

Aber was macht denn Nissan nun soviel besser? L2 sieht im wesentlichen folgende Vorteile, die allesamt auf die Customer Experience einzahlen:

1. Nissan wirft monatlich den E-Mail-Motor an
Automarken halten sich generell beim Versand von E-Mails eher zurück. Im Durchschnitt schicken sie nur 0,6 Mails pro Woche oder zwei pro Monat. Nicht so Nissan. Mit vier E-Mails pro Woche schicken die Japaner 6,5 mal soviel. Offenbar fühlen sich Markenfans nicht genervt. Auch andere Hersteller zogen bereits nach. Noch 2014 lag der durchschnittliche Mail-Versand bei einer pro Monat.


2. Nissan führt ebenso erlebnisreich wie zielorientiert die Customer Journey
Nein, es geht nicht nur um den Car Configurator. Er allein gewinnt keinen Blumentopf mehr. 93 Prozent aller Autohersteller-Seiten haben inzwischen auch einen, 76 Prozent zeigen 360-Grad-Ansichten. Was Nissan besser macht: Nissan führt Nutzer am Desktop galant im Dialog durch diese Features und fordert zu Aktionen auf, wie beispielsweise Fragen nach Preis, Gebrauchtwagen-Wert, Finanzierungsmöglichkeit oder Online-Finanzierung. Beispielsweise gibt es einen Kostenplaner, über den sich der Car Configurator auf die budgetmäßig akzeptablen Modelle eingrenzen lässt.

Mobil konzentriert sich Nissan darauf, Usern den nächst gelegenen Händler zu empfehlen und zeigt über eine eigene Suchmaschine Modelle, die dort gerade zu besichtigen sind.

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3. in den USA ganz wichtig: Nissan lieferte den am meisten angeschaute Spot beim Big Event Super Bowl
Wer diesen Status erreicht, muss sich über Markenkontakte kaum mehr beklagen. Neben Nissan schnitten in diesem Jahr auch Toyota, Mazda und Honda glänzend ab. Dass ein solcher Treffer seinen Preis hat, liegt nahe. 30 Werbesekunden kosteten in diesem Jahr fünf Millionen Dollar. Nissan agierte daher clever und spielte den Spot für viele weitere Dialogimpulse auch in die Social Media aus – mit dem Hashtag #WithDad.

Dass international agierende Autohersteller mit ihren digitalen Konzepten noch immer auf regionale Märkte fokussiert sind, zeigt allerdings auch Nissan. Den ersten Platz können die Japaner in Europa nicht halten. In Großbritannien gelingt zwar noch ein vierter Platz in der Gruppe "begabt", in Deutschland nur der letzte Platz vor der Folgegruppe "durchschnittlich".

Die These von L2, dass der digitale IQ den Shareholder Value eines Unternehmens entscheidend mitprägt, erhärtet dieses Schaubild zum prozentualen Wachstum der Autoverkäufe einzelner Hersteller im US-Markt:

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© CPWISSEN am 16.02.2016 16:51

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