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B-to-B

Mit Social Media nach China

Der Bundesverband Industrie Kommunikation (bvik) gibt Tipps für die passende Kommunikationsstrategie für B-to-B-Märkte im Reich der Mitte.

Mit Social Media nach China
Armin Bieser vom Mediaman

China ist als Absatzmarkt für B-to-B-Unternehmen ebenso wichtig wie komplex, denn dieser Markt gehorcht ganz eigenen Gesetzen, die Kommunikationskultur unterscheidet sich wesentlich von der europäischen. Daher ist es vergleichsweise schwierig, in China wirtschaftlich Fuß zu fassen.

Gerade die digitale Marketing-Kommunikation kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten, sofern man weiß wie. Der Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) hat nun gemeinsam mit seiner Mitgliedsagentur Mediaman Gesellschaft für Kommunikation mbH herausgearbeitet, welche Spezialkenntnisse für eine erfolgversprechende Kommunikation in chinesischen Kanälen nötig sind.

„Es ist eine große Herausforderung, in China qualifiziertes Personal für digitale Kommunikation zu finden. Der Markt ist sehr komplex und man muss deshalb bereit sein, für die Expertise zu bezahlen“, erklärt Mediaman-Geschäftsführer Armin Bieser. Er weiß, wovon er spricht, hat er doch den Aufbau des Agenturbüros in Shanghai vor über zehn Jahren initiiert. Bieser macht Mut: „Es dauert einige Zeit, bis man profitabel arbeitet, deshalb braucht man Geduld. Für uns war China die richtige Entscheidung, trotz aller Herausforderungen.“

Voll im Trend: WeChat
„Social“ und „Mobile“ sind dort aktuell die wichtigsten Trends, die Kommunikation sollte daher gezielt darauf ausgerichtet werden, so der bvik. Für Chinesen ist ein mobiler Internetzugang selbstverständlich: 87 Prozent der Nutzer greifen via Smartphone auf das Internet zu. 90 Prozent aller User kommunizieren über Instant Messaging Apps, vor allem über WeChat vom Anbieter Tencent. Da Facebook, Twitter, Instagram und auch sämtliche Google-Anwendungen in China nicht mehr erreichbar sind, lohnt sich besonders die Nutzung von WeChat. Die App bietet eine Fülle an Transaktionsoptionen und ermöglicht es Unternehmen sogenannte "Public Accounts", also offizielle Profilseiten, zu erstellen.

„Per WeChat kann man sowohl individuell mit Personen und Geschäftspartnern in Kontakt treten, als auch über automatisierte Kommunikation eine breite Masse erreichen“, erläutert Florian Zeim, Managing Director von Mediaman Shanghai. Um einen solchen Public Account nutzen zu können, muss die Firma allerdings offiziell in China registriert sein. Kein Hindernis, meint Zeim, denn "die Kosten sind derzeit relativ gering".


Chinesische Mitarbeiter vor Ort mit ins Boot nehmen
Um die Funktionsweise der chinesischen Plattformen und Netzwerke detailliert verstehen zu lernen, ist gerade zu Beginn des Kommunikationsprozesses der Austausch mit den chinesischen Mitarbeitern vor Ort besonders wichtig. „Der beste Weg ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und die Mitarbeiter ins Boot zu holen. Durch ihre Begeisterung können sie zu Multiplikatoren und Markenbotschaftern werden, indem sie relevante Inhalte in ihrem Netzwerk weiterverbreiten“, so Zeim.

Auch wenn bislang erst wenige B-to-B-Erfolgsgeschichten im Bereich Social Media in China bekannt sind, so spricht alles dafür, sich jetzt digital zu rüsten – zumal deutsche Produkte in China einen guten Ruf besitzen. Gerade bei so schwer zu fassenden Märkten wie dem chinesischen kann eine professionelle Marketing-Kommunikation den Weg ebnen und die weitere strategische Ausrichtung erleichtern.

© CPWISSEN am 01.10.2015 15:20

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