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Agentur-Auftraggeber-Verhältnis

LOUT Agentur-Report: Die Durchblicker

Die Agentur, wie wir sie kannten, sieht ihren letzten Tagen entgegen. Was sich ändern muss und wer das – wie C3-CEO Adel Gelbert (Foto) – bereits erkannt hat, lesen Sie im Report der aktuellen Ausgabe von LOUT, dem neuen Printmagazin zum CPWISSEN-Portal.

Adel Gelbert, CEO C3

Adel Gelbert wirkt entspannt und gelassen: Den ersten Schritt seines Auftrags hat er gerade geschafft und die Agentur unter dem Burda-Dach neu organisiert. Im zweiten Schritt wird er seinen Chefs Philipp Welte und Paul-Bernhard Kallen nachweisen müssen, dass er damit auch mehr Geld verdient.

Doch einen Schritt zurück.
Nicht jeder hatte dem zurückhaltenden neuen Chef an der Spitze, der Gespräche am liebsten für „konstruktiv und professionell“ hält, die nötige Durchsetzungsstärke zugetraut. Doch man sollte den smarten Manager mit feingeschnittenem Gesicht und Gentleman-Attitüde nicht unterschätzen. Eine seiner ersten öffentlichkeitsstarken Entscheidungen nach seinem Start als CEO bei C3 Creative Code and Content: Er reduzierte Anfang des Jahres die Zahl der Mitarbeiter von rund 700 – auf immer noch stattliche 650.

Gelbert versteht viel von Strategie und Vertrieb. Zwölf Jahre verbrachte er als Chef bei der auf Marketing und Vertrieb spezialisierten BBDO-Tochter Batten & Company, bevor er für fünf Jahre als Partner zu FischerAppelt wechselte. Man traut ihm zu, dass er sich in die Kundenwelt hineindenken kann, von der auch sein C3-Mitgesellschafter und Chairman Lukas Kircher heute sagt: „Am Ende des Tags müssen die Kühlschränke vom Hof.“

Wie das in den kommenden Jahren geschehen soll, hat Gelbert gerade in eine neue Struktur für C3 gegossen. Die Stoßrichtung ist klar: Gelbert will beim Kunden möglichst weit oben in der Hierarchie einsteigen, sprich auf CEO-, Marketing- und Kommunikationsleitungsebene, dafür das strategische Profil von C3 schärfen und der Agentur neue Wertschöpfungsquellen mit der strategischen Beratung erschließen. Nicht nur Medien- sondern auch Markenberatung soll C3 auf das Next Level hieven, um von der Markenaussage her die Kommunikationslösungen definieren und umsetzen zu können.

Ob diese Lösungen zwangsläufig klassischen Content bedeuten? Warum sollte sich C3 nicht auch ins serviceorientierte Marketing wagen – zum Beispiel mit Apps – und am Ende eines C3-Beratungsauftrags im Energiesektor eine Smart-Home-App zum energiesparenden Steuern der Haushaltsgeräte präsentieren?

Markenstrategie- und beratung, das haben klassische Strategieberater wie McKinsey, Deloitte, Boston Consulting oder Accenture bislang quasi en passant mit der strategischen Unternehmensberatung mitabsolviert. Als allerdings die Bedeutung der Marke mit den digitalen Medien quasi explodierte, weil Produzenten erstmals am Handel vorbei mit ihren Kunden direkt in Kontakt und Verkaufsdialog treten konnten, erkannten auch die klassischen Strategieberater neues Potenzial. Inzwischen schrecken sie selbst vor der Mediaberatung nicht mehr zurück. Deloitte Digital hat kürzlich mit Magnetic Media einen Ad Tech-Anbieter übernommen, der Marketern IT-gestützt personalisierte Kommunikation über die Kanäle hinweg und Content mit Echtzeit-Relevanz verspricht. Rivale Accenture Interactive gilt mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden Dollar inzwischen als größte Digitalagentur weltweit.

Der noch immer unschlagbare Vorteil der Berater: Sie steigen oben ein auf der Vorstandsetage und arbeiten sich mit erweiterten Digital-Content-Services und Ad Tech zu Marketing und Kommunikation durch. Gelbert sieht den Wettbewerb dennoch gelassen: „Ihnen fehlt etwas entscheidendes: die Kreativität.“ Kreativer Content ist und bleibt die sichere Bank von C3. Das weiß CEO Gelbert sehr genau.

Womit C3 heute vor allem sein Geld macht – und ob die starke Mutter Burda eher bremst oder fördert, lesen Sie in der neuen Ausgabe von LOUT (LOUT#7) im großen Agenturen-Report "Die Durchblicker".

C3-CEO Adel Gelbert findet sich hier in guter Gesellschaft mit Accenture-Interactive-Chef Brian Whippel, Publicis-CEO Arthur Sadoun, Martin Sorrell, Executive Chairman der gerade an die Börse gegangenen S4 Capital, Territory-Chef Soheil Dastyari, KNSKB+-Managing Partner und Frontfrau Kim Alexandra Notz und der zweiten Frau in der Durchblicker-Runde: Heike Discher, die es trotz Schwarzwald-Randlage immer wieder schafft, die Agentur Kresse & Discher neu zu erfinden und auf die Bedürfnisse des Mittelstands zu justieren.

LOUT#7

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© CPWISSEN am 26.11.2018 16:15

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