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Konvergenzstandard

YouTube und AGF legen erste gemeinsame Daten vor

Die AGF Videoforschung (AGF) und YouTube arbeiten seit drei Jahren zusammen, um die zusätzliche Bewegtbildnutzung über weitere Plattformen im Rahmen des AGF-Konvergenzstandards abzubilden. Jetzt liegen Ergebnisse vor.

Youtube

AGF-Geschäftsführerin Kerstin Niederauer-Kopf: "Ziel ist es, YouTube ganz im Sinne eines gemeinsamen Marktstandards als verlässlich transparenten Partner im AGF-System auszuweisen." Die Video-Plattform soll in das AGF-System integriert, der über die Plattform generierte Medienkonsum transparenter abgebildet werden – für eine bessere Orientierung der Marktpartner.

Unabhängige Dritte auditieren dazu Daten und Prozesse, um sicherzustellen, dass die von YouTube angelieferten Daten den Transparenz- und Gütekriterien der AGF entsprechen. Erst dann können Leistungswerte für TV und YouTube für vergleichbare Angebote nach gleichen Regeln berechnet und ausgewiesen werden.  

Die ausgewiesenen Daten beinhalten sämtlichen in Deutschland generierten YouTube Traffic: sowohl aus Inhalten, die ausschließlich auf YouTube verbreitet werden, wie beispielsweise User Generated Content, als auch aus Videos von Bewegtbildanbietern, die ihren Content neben YouTube auch über eigene Plattformen oder Plattformen Dritter verbreiten. Wie im gesamten Streaming-Projekt der AGF, stammen die von YouTube angelieferten Daten aus einer Zensus- und einer Panelmessung.

 

Die ersten Ergebnisse der Zusammenarbeit zeigen, dass YouTube das Angebot für Nutzer ebenso wie für Bewegtbildanbieter ergänzt - angefangen von Plattform-spezifischen Content-Formaten von YouTube-Creatoren bis hin zu zusätzlichen Distributionsmöglichkeiten für TV-Inhalte.

Im Vergleich zu TV zeigt sich die Besonderheit von YouTube vor allem in der Angebotsstruktur. Rechteinhaber der auf YouTube eingestellten Inhalte - sogenannte Content Owner - haben keine Entsprechung im klassischen TV. Bei Leistungsvergleichen ist zu beachten, dass Content Owner in der Regel verschiedene Channels führen, hinter denen wiederum Einzelvideos stehen. So sind zum Beispiel nicht alle über YouTube verfügbaren Inhalte mit Werbung belegbar. Das vermarktbare Inventar ist in den aktuellen Daten allerdings noch nicht unterschieden.

 

Im Oktober 2018 sahen demnach Personen ab 18 Jahren durchschnittlich 267 Minuten pro Tag Bewegtbild. Das klassische lineare TV liegt mit 232 Minuten täglich noch immer deutlich vorne. Die Streaming-Nutzung erreicht 35 Minuten pro Tag und erfolgt größtenteils (zu 60 Prozent) über mobile Endgeräte. 33 Minuten davon kann YouTube verbuchen.

Im Beobachtungszeitraum gelang es 443 Content Ownern, mehr als drei Millionen Streamviews zu generieren. Davon erreichten 148 über zehn Millionen Views pro Monat und zwölf sogar über 100 Millionen Abrufe pro Monat.

Im nächste Schritt soll YouTube in die Standard- Auswertungssysteme der AGF integriert werden. Dann wird die Nutzung von Bewegtbildinhalten abgebildet, um danach das vermarktbare Inventar und buchbare Einheiten abzubilden. Parallel werden die vertraglichen Regelungen finalisiert als Voraussetzung für den regelmäßigen Ausweis von YouTube-Daten im AGF-System. 

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© CPWISSEN am 14.03.2019 14:06

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