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Belgien statt USA

ProPublish ersetzt Adobe-Software in der App-Produktion

Seit Adobe das Ende seiner Digital Publishing Suite (DPS) und zugleich empfindliche Preiserhöhungen für das Folgeprodukt verkündet hat, wenden sich Kunden von dem Marktführer aus Delaware ab. ProPublish, eines der führenden Systemhäuser, hat jetzt eine Adobe-Alternative beim „IT magazin“ getestet.

ProPublish

Bei der Produktion von Apps für Smartphones und Tablets, wenn die erstellten statischen Inhalte in interaktive Dateien umgewandelt werden, ist spezielle Software vonnöten, die meist unter dem Markennamen Digital Publishing Suite von Adobe bereitgestellt wird. Doch der Zukunft des Herstellers aus Delaware scheint zumindest in Sachen App-Produktion Grenzen gesetzt. Der Hamburger Systemintegrator ProPublish, eines der führenden Häuser im Bereich Publishing mit namhaften Kunden aus der Verlags- und Agenturwelt, hat das Adobe-Produkt nun aus dem Portfolio genommen und arbeitet mit der Mobile-Publishing-Lösung Twixl Publisher 5 der belgischen Firma Twixl media.

„Im direkten Vergleich ist der Twixl Publisher preislich eine deutlich attraktivere Lösung bei nahezu identischem Funktionsumfang“, rechnet ProPublish-Vorstand Jochen Büllesbach vor, „damit wird die Umsetzung von Tablet-Magazinen und Mobile Apps auch für kleinere und mittelgroße Verlage wieder interessant.“

Durchwahlnummer statt Warteschleife

Tatsächlich waren die an die Kunden durchzureichenden Lizenzkosten des Adobe-Produkts vielen Nutzern zu hoch geworden. Spätestens nach dem überraschenden Ende der Adobe Digital Publishing Suite explodierten die Preise. Das von Adobe angebotene Folgesystem Adobe Experience Manager kann zwar mehr, kostet aber auch mehr.

Genau beziffern lässt sich die Preiserhöhung nicht, da die Kosten variabel sind und von allerlei Faktoren abhängen – die Erfahrungswerte für Magazin-Apps mittlerer Auflage und Verbreitung liegen aber etwa in vierfacher Höhe als zuvor. 

Schnittstelle zu WoodWing 

Hinzu kommt: ProPublish vertritt den niederländischen Systemhersteller WoodWing in Deutschland, vertreibt und pflegt das Publishingsystem WoodWing Enterprise, dessen Merkmal die kanalübergreifende Publikation ist. Erhöhte Lizenzkosten für jede noch so kleine Aktualisierung wäre fatal. „Damit wir alle Mobile Devices wie bisher abdecken können“, fährt Büllesbach fort, „waren wir auf der Suche nach einer bezahlbaren Alternative.“

Diese heißt nun Twixl Publisher 5. Sie wandelt Indesign-Dateien, PDFs oder HTML-Dateien in interaktive Apps um. Auch mit dem Publishingsystem WoodWing Enterprise arbeitet die Software mittlerweile zusammen, nachdem die ProPublish-Spezialisten eine Schnittstelle entwickelt haben – als erste Systemintegratoren in Deutschland übrigens, wie Vertriebsleiter und Key Account Manager Patrick Natasadu betont. Was die Experten aber besonders schätzen, das ist der kurze Draht zu dem Entwickler-Team in Gent. 

Generalprobe am IT magazin

Ein direkter Kontakt war auch bei der Generalprobe gelegentlich hilfreich. Beim Designbüro Beierarbeit in Bielefeld, einem ProPublish-Kunden, wird auf Enterprise das IT magazin produziert und für sämtliche Kanäle ausgegeben – bisher mit Adobe-Software, jetzt erstmals mit Twixl. „Die Oberfläche ist fast selbsterklärend und meiner Meinung nach besser als bei Adobe DPS“, schwärmt Thomas Fiedler, der für das Layout verantwortlich zeichnet.

Damit nicht genug. Im nächsten Schritt wollen die Experten von ProPublish und Beierarbeit WordPress integrieren. Das weitverbreitete CMS, so die Idee, soll externe Datenquelle für Twixl werden. Fiedler: „Wir wollen die Magazinartikel in der gleichen Oberfläche verwalten wie WordPress und über dessen Adminbereich sowohl in Richtung Website als auch in der Mobile App veröffentlichen.“

→ Zur Fallstudie von ProPublish

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© CPWISSEN am 31.01.2017 06:21

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