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Je mehr Webanalyse-Tools, desto größer das Datenleck-Risiko

Mit AdTech-Tools wie Analytics, Heatmapping oder Retargeting lassen sich Zielgruppen für Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung clustern. Allerdings kommt auch der Mitbewerber ganz schnell an diese wertvollen Daten, weiß Christian Sauer, Günder und CEO von Webtrekk, Anbieter für Webcontrolling und Online-Marketing. Seine Tipps, wie sich der Datenklau vermeiden, zumindest einschränken lässt.

Christian SauerMit welcher Geschwindigkeit es zu einer Vermischung eigener und fremder Daten kommt beziehungsweise wie schnell sich Wettbewerber Zugang zu eigenen Daten verschaffen können, zeigt ein einfaches Experiment: Auf einer völlig bereinigten Browserumgebung, ohne Verlauf und Cookies, wurden ein Paar Sportschuhe gekauft. Nach nur zehn Tagen verrieten eingeblendete Werbebanner und Angebote zu diesen und ähnlichen Schuhen: Hier war ein erheblicher Datenverlust entstanden. Die Information der ursprünglich gesuchten Marke wurde mit anderen, konkurrierenden Marken geteilt.

Tatsächlich gilt, sobald externe Analytics-Services Daten von der eigenen Webseite sammeln können, sind Dritte auch im Besitz der Informationen. Je nach Vertrag können sie diese Daten verwenden oder auch verkaufen. Das ist ein wesentlicher Aspekt der Funktionsweise von AdTech. Wichtig zu verstehen ist hier, dass es hierbei kein generelles Richtig oder Falsch gibt.

Allerdings sollten sich Entscheider auf zwei bis drei für sie geeignete Tools fokussieren und mit diesen auch die Verwendung der Daten klären. Denn je mehr Werkzeuge auf der Webseite eingesetzt werden, desto höher ist auch das Risiko für Datenlecks.


Internes Know-how aufbauen – Umsatzbeteiligung erwägen
Wer langfristig auf Nummer sicher gehen will, sollte möglichst viel internes Know-how aufbauen, um den Wert der eigenen Daten voll auszuschöpfen. Erfahrene Partner können hier wertvolle Unterstützung mit Lösungen bieten, die auf das eigene System zugeschnitten und implementiert werden.

Wichtig ist, dass die Partner volle Transparenz über Daten und Prozesse herstellen und auch Schnittstellen zu Dritten schon mitbringen. Eine Investition, die sich auf Dauer auszahlt. Sind Tools von Drittanbietern zwingend erforderlich, sollten Klauseln über etwaige Datennutzungen vertraglich verankert werden. Sobald andere Daten gewinnbringend verwenden, könnte sich daraus zum Beispiel ein Anspruch auf Teilhabe am Umsatz ergeben.

Christian Sauer gründete die Webtrekk GmbH 2004 und ist seither als geschäftsführender Gesellschafter für Marketing und Vertrieb zuständig. Das Unternehmen bietet datenbasierte Lösungen zur Optimierung von digitalen Geschäftsmodellen sowie Beratung im Bereich Digital Analytics. Webtrekk hat sich inzwischen zu einem globalen Digital-Intelligence-Anbieter entwickelt. Neben seinem Hauptsitz in Berlin gibt es Büros in China, Italien, den Niederlanden, Spanien und den USA. 

 

© CPWISSEN am 06.06.2016 17:05

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