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Smart Speaker

Hey Portal! Facebook stellt sein Videofon vor

Jetzt bekommt also auch Marc Zuckerberg große Augen und Ohren. Mit seinem neuen Facebook „Portal“ will er vor allem seine eigenen Dienste vermarkten. Aber welche Videos eigentlich?

Facebook Portal

10,1-Zoll-Display, eine 12-Megapixel-Kamera und Zugriff auf Alexa ebenso wie Spotify, sodass Nachrichten wie Rezepte und Musik abgerufen werden können. Mark Zuckerbergs Portal ist eine direkte Antwort auf Amazons Echo Show. Zwei Varianten stehen bereit: ein Basismodell für 199 Dollar – Echo Show liegt zum Vergleich bei 230 Dollar – sowie eine Version mit 15,6-Zoll-Display mit freier Wahl eines Hoch- oder Querformats für 349 Dollar.

Zuckerberg will mit Portal seine eigenen Services promoten: das Videofon ist für Videochats mit der Freundesliste im Facebook Messenger verknüpft. Anrufe werden an Messenger-Apps auf iOS- und Android-Smartphones gesendet. Auch Gruppenanrufe mit bis zu sieben Personen sind möglich. Instagram und WhatsApp dürften bald folgen.

Die smarte Kamera rückt eine Person stets in den Fokus und lässt sich auf Weitwinkel schalten, um mehrere aufzunehmen. Die Sprachsteuerung erfolgt über Mikrofone, die automatisch Hintergrundgeräusche unterdrücken. Eine Hürde des Videochats – "Hilfe, wie sehe ich aus" – nimmt die Technik. Was man von Instagram und Snapchat bereits kennt, kann auch Portal: mit Augmented Reality die Realität heftig verfälschen. Man verwandelt sich kurzerhand in eine tanzende Erdbeere oder packt sich eine Katze auf den Kopf... Und dann gibt es ja noch den Off-Knopf und eine Abdeckung für die Kamera. Facebook nennt das „Private by design“.

Man sieht, der Facebook-Chef hat sich gut vorbereitet. Denn noch steckt ihm die Datenmanipulation von Cambridge Analytica und alle danach folgenden Anhörungen in US- und EU-Parlamenten mit Vorwürfen in den Knochen, die sich unter der Verballhornung seiner Firma als Fakebook auf den Punkt bringen lässt.

 

Facebook Portal kommt daher später als zunächst geplant – und nach massiven Invests in die Sicherheit seiner Netze, ob genug, bleibt offen. So offen wie der Ansatz, nur eigene Lösungen in solche Systeme zu integrieren, maximal einen Partner für eine Lösung mit an Bord zu nehmen, die man gerade selbst nicht im Angebot hat. Man sieht sie bereits vor sich, diese Portals, Alexas, Google Assistants, Echodots und Echo Shows – jedes mit Spezialkompetenzen, alle aber aufgereiht wie das Bataillon einer Lauscharmee.

Was Facebook Portal aber vor alle noch fehlt, ist Video-Content. Mit Facebook Watch, dem hauseigenen On-Demand-Dienst, kommt man noch nicht wirklich weit. Wozu dann ein großer Screen?

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© CPWISSEN am 08.10.2018 19:26

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