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Neue Top-Level-Domains

Die Domain „.radio“ ist auch für Unternehmen freigegeben

Von „.agency“ bis „.zuerich“ – auch „.media“, „.camera“, „.design“ oder „.marketing“: Diese und weitere Top-Level-Domains werden bald freigegeben. Die Adressendung „.radio“ ist ab sofort auch für herausgebende Unternehmen verfügbar.

radio

Clevere TV-Spezialisten nutzen sie schon lange, die Domainendung „.tv“ für ihre URLs und E-Mail-Adressen. Dazu suchen sie sich einen Provider in Tuvalu, einem 26-Quadratkilometer-Inselstaat im Pazifischen Ozean, 10.000 Einwohner, Staatsoberhaupt ist wie in alten Kolonialzeiten die Queen. Dort gilt die Endung „.tv“.

Radioleute haben es etwas einfacher. Ab dem 30. August ist die Top-Level-Domain (TLD) „.radio“ freigegeben. Beantragen können sie alle, die mit Hörfunk im weitesten Sinne zu tun haben: Radiostationen, Hörfunkjournalisten, Moderatoren, Techniker und Musikredakteure sowieso, aber auch Podcaster und Betreiber von Internetradios, selbst medienferne Wirtschaftsunternehmen, wenn sie Podcasts oder Streaming verantworten. BASF.radio für die landwirtschaftliche Podcast-Reihe des Chemiekonzerns ist bereits reserviert. 

 

Top Level Domains ranken besser

Top-Level-Domains – typische Beispiele sind „.aero“, „.museum“, „.travel“ oder „.hamburg“ – bieten Vorteile: Kunden können sich diese Adressen leicht merken, Suchmaschinen, allen voran Google, ranken solche Adressen besser. Das haben die Berliner SEO-Spezialisten Searchmetric am Beispiel der Top-Level „.berlin“ in einer Studie nachgewiesen. „Webseiten mit Berlin-Domains sind bei regionalen Suchanfragen in Google zu 42 Prozent besser platziert als Webseiten mit „.de"- und „.com-Domains", stellen die Autoren fest. 

 

Adresse für die Katz

Beantragt werden können die neuen TLDs bei nahezu jedem Provider. Domainregistry.de nimmt auch Reservierungen entgegen und verweist auf zahleiche Adress-Endungen, die noch in Vorbereitung sind: Von „.agency“ bis „.zuerich“ wird demnächst einiges freigeschaltet, auch die Domainendungen „.camera“ oder „.media“ dürften Medienleute interessieren.

Selbst „.cat“ ist zu haben. Diese felin klingende Endung gehört zwar in Kürze den Kataloniern, könnte aber auch für die Angelegenheiten der einen oder anderen Bürokatze Verwendung finden. 

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© CPWISSEN am 28.08.2017 19:13

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Kommentar von Hans-Peter Oswald |

Die European Broadcasting Union, die Vereinigung der europäischen Rundfunksender, hat zum Ende von August 2017 einen erfolgreichen Start der Radio-Domains hingelegt.

Berechtigt zur Registrierung der Radio-Domains sind nicht nur Mitglieder der European Broadcasting Union, sondern folgende Zielgruppen:

1. Vereinigungen von Rundfunk-Stationen, wie z.B. die EBU selbst
2. Radiosender
3. Marken mit Bezug auf Rundfunk
4. Internet-Radio
5. Amateurfunker
6. Radio-Profis

Alle wichtigen Kategorien können seit dem 23. August Domains anmelden. Bei gleichlautenden Anmeldungen gibt es eine Rangordnung, bei der Markeninhaber ganz oben stehen.

Ein Beispiel: Der Radiosender "Breisgau" meldet die Domain "breisgau.radio" mit dem Verweis auf die vom Sender gesicherte US-Marke "Breisgau" an. Der Radiosender "Breisgau Radio" bewirbt sich ebenfalls um

die Domain "breisgau.radio". Da der Radiosender "Breisgau Radio" keine Marke besitzt, erhält der Sender "Breisgau" die Domain "breisgau.radio."

Warum Radio-Domains?

Sie sind die von der European Broadcasting Union empfohlene Domains. Der Verantwortliche der Registrierungsstelle für Radio-Domains, Alain Artero, erklärt:,,We are proposing that the radio community may like to consider securing the integrity of their web presence by requesting appropriate .radio domains for defensive reasons initially." Arturo fährt fort: ,,The TLD will be focused on content and matters specific to radio and we want to prevent speculators and cybersquatting in this TLD; this extension will therefore rapidly become a high-value internet space for websites, mail systems and other internet applications.”

Die Radio-Domains bringen kurz auf den Begriff, worum es geht. Bei Rundfunksender, die Radio im Namen führen, kann die neue Domain viel kürzer aussehen, also z.B. nicht Schwarzwald-radio.de, sondern schlicht Schwarzwald.Radio. Je kürzer eine Domain, desto merkfähiger ist sie. Die Merkfähigkeit ist ein entscheidender Faktor beim Marketing von Internetseiten.

Den Zusammenhang zwischen einem besseren Ranking in Suchmaschinen und den Neuen Top-Level-Domains hat eine Studie von Searchmetrics für die Berlin-Domains bereits erwiesen. Webseiten mit Berlin-Domains sind bei regionalen Suchanfragen in Google häufig besser platziert als Webseiten mit .de-Domains und .com-Domains. Das Ergebnis der Searchmetric-Studie lässt sich wie folgt zusammenfassen:

"Bei 42% der Suchanfragen ranken .berlin-Domains lokal besser."

Eine weitere Studie von Total Websites in Houston zeigt, dass die Ergebnisse der Searchmetrics-Studie prinzipiell auf alle Neuen Top-Level-Domains übertragbar sind, also auch auf die Radio-Domains. Total Websites stellt fest, dass Google die Domainendungen der Neuen Top-Level-Domains als wichtiges Kriterium für die Bewertung einer Domain heranzieht und kommt daher zu folgendem Schluss:

"Es ist klar, dass die Neuen Top-Level-Domains das Ranking in Suchmaschinen verbessern."

Hans-Peter Oswald
http://www.domainregistry.de/radio-domains.html
http://www.domainregistry.de/fm-domains.html
http://www.domainregistry.de/am-domains.html
http://www.domainregistry.de/tv-domains.html