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Datenbeschleunigung

Datenanalysen in Echtzeit sind der Kern jeder IoT-Strategie

Vom Smart Home bis zum vernetzten Auto – IoT bringt Service in den Alltag und lässt zugleich Datenfluten schwellen. Sie zu beherrschen ist das Next Big Thing.

Internet of Things

Big Player wie Amazon, Google und Facebook dringen mit IoT vehement in den Alltag und zunehmend auch in die Industrie vor: mit sprachgesteuerten Audiogeräten, die Musik spielen Nachrichten abrufen und Fragen beantworten oder als digitale Assistenten Sprachbefehle auf Geräten umsetzen. Mit ausgetüfteltem Datenmanagement und gewaltigen finanziellen Invests behalten die Giganten die Nase vorn. Wie aber können andere Unternehmen mitziehen und ihren Umgang mit Big Data optimieren?  Auch sie wollen schließlich immer mehr Informationen erheben, um auf Kundenbedürfnisse schneller und flexibler zu reagieren – für mehr Kundenzufriedenheit und eine engere Kundenbindung.

Karsten Rönner von Swarm64Dazu müssen Daten schnell verarbeitet und ausgewertet werden. Ist der Kunde im Auto unterwegs und kann laut Benzinstand nur noch wenige Kilometer fahren, braucht er den Hinweis auf die nächstgelegene Tankstelle nicht erst, wenn er an ihr vorbeigefahren ist. Daten müssen daher in Echtzeit verknüpft und verarbeitet werden. Karsten Rönner, Geschäftsführer von Swarm64, Anbieter von Beschleunigern für relationale Datenbanksysteme:

"Wenn ein Unternehmen seine Daten nicht schnell genug auswertet, wird es von der Konkurrenz überholt werden. Echtzeitanalysen sind daher der Kern einer auf Wachstum und Kundenzufriedenheit angelegten IoT-Strategie." 

 
Doch vernetzte Geräte senden Daten oft nicht kontinuierlich, sondern zeitlich ungeordnet. Mitunter gehen Daten sogar verloren oder werden mehrfach gesendet. Oft ist das Datenformat auch noch vom Gerät abhängig. Die großen Player  reagieren mit eigenen Systemen und Spezialisten. Für kleinere Unternehmen ist beides oft unerschwinglich. Rönner empfiehlt daher, erprobte und bereits im Haus verfügbare Technologien zu nutzen und diese so zu optimieren, dass die Datenmengen schnell ausgewertet werden können. Dazu gibt es  verschiedene technische Lösungen.

1. Business Intelligence Tools

Sie sind auch als Open Source verfügbar. Diese Software wertet die Daten aus, nachdem sie in einer Datenbank oder einem Datawarehouse gespeichert wurden. BI-Tools ermöglichen, aus Daten effizient Informationen zu erzeugen, die für die Geschäftsanalyse und Kundeninteraktion wertvolle Dienste leisten. "Für eine Echtzeitanalyse der Daten reichen aber BI-Tools allein leider nicht aus“, so Rönner. Dazu müssen diese Tools auf eine leistungsfähige Datenbank zugreifen können.

2. In-Memory-Systeme

Hier werden die Daten vorwiegend im Arbeitsspeicher eines Computers vorgehalten und können dadurch deutlich schneller verarbeitet werden als auf Festplattenlaufwerken. Für analytische Verwendungen sind diese Systeme eine gute Lösung. "Will ein Unternehmen aber große Datenmengen in der Datenbank halten, ist aufgrund der Kosten von In-Memory-Systemen abzuraten", warnt Rönner.

3. Datenbeschleuniger

Um die Echtzeit-Verarbeitung von Big Data innerhalb eines bestehenden IT-Systems zu ermöglichen, nutzt Swarm64 als weltweit erster Anbieter für die Datenbeschleunigung FPGA (Field Programmable Gate Array)-Technik – also integrierte Schaltkreise, in denen eine logische Schaltung geladen ist – und darauf optimierte Softwarealgorithmen. Dazu wird der Beschleuniger zusammen mit einer FPGA-Karte in den Server eingebaut, sodass mit den gewohnten Anwendungen weitergearbeitet und die Datenmengen in Echtzeit analysiert werden können. Aktuell ist der Datenbeschleuniger von Swarm64 mit den drei Datenbanksystemen MySQL (Oracle), PostgreSQL (Open Source) und MariaDB (Open Source, Abspaltung von MySQL) kompatibel – an der Unterstützung für andere Datenbanksysteme wird gearbeitet.

Unabhängig davon, für welche technische Lösung sich ein Unternehmen letztendlich entscheidet, führt an einer   durchgängigen IoT-Strategie letztlich kein Weg vorbei, will ein Unternehmen von IoT profitieren und es als Erfolgskomponente sinnvoll einsetzen. Nicht nur bei Swarm64 ist man fest davon überzeugt, dass IoT schon in den kommenden Jahren alle Lebens- und Geschäftsprozesse durchdringen wird. Sich frühzeitig zu positionieren, macht demnach viel Sinn.  

© CPWISSEN am 01.08.2017 09:23

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