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B-to-B-Kommunikation

Das bvik-Trendbarometer offenbart Respekt vor Big Data

Aufbrechen des Silodenkens, agile Arbeitsweisen, große Datenmengen. Die Folgen der Digitalisierung machen sich in der B-to-B-Kommunikation bemerkbar. Der Bundesverband Industrie-Kommunikation (bvik) konkretisiert in seinem Trendbarometer die Fragen.

bvik Trendbarometer

Der bvik befragte 251 Mitarbeiter von Industrieunternehmen (51 Prozent), Dienstleistern (40 Prozent) und anderen Bereichen (neun Prozent). Das sind die Ergebnisse:


Die größten Herausforderungen

Die größten Herausforderungen sind für 87 Prozent der Befragten die Themen Big Data und Data Analytics. „Dem Thema Data Analytics kommt für uns Marketer eine enorm wichtige Rolle zu, denn es ist klar, dass das reine Sammeln von Daten nicht viel bringt", sagt Silke Lang, bvik-Vorstandsmitglied und Leitung Marketing Mobile Hydraulics bei Bosch Rexroth. „Ein echter Mehrwert lässt sich erst durch die intelligente Verknüpfung vieler Daten generieren. Diese Aufgabe zu meistern, sehe ich als wahre Herausforderung im B-to-B-Marketing der nächsten Jahre."

Über die Hälfte der Befragten widersprechen oder stimmen nicht zu, dass die B-to-B-Branche auf die Herausforderungen der Digitalisierung im Marketing und Kommunikation gut vorbereitet ist. Weitere 35 Prozent können der Aussage nur „teils/teils" zustimmen. Die Befragten sehen noch noch erheblichen Lücken nicht nur auf der persönlichen oder organisatorischen Ebene, sondern auch in der gesamten B-to-B-Branche in der Digitalisierung des Bereichs Marketing und Kommunikation.


Agile Methoden und Prozesse lernen

Für 75 Prozent der Befragten ist das Aufbrechen der Abteilungsstrukturen und das Beenden von Silo-Denken ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das B-to-B-Marketing. Die strategische Entwicklung ist damit eine der wichtigsten Herausforderungen für die Kommunikationsabteilungen. „B-to-B-Marketingverantwortliche müssen dafür sorgen, dass ihre Teams agil aufgestellt sind, um jederzeit auf die neuen Entwicklungen, die sich durch die digitale Transformation ergeben, reagieren zu können. Es gilt deshalb, nicht in Kommunikations- und Marketing-Silos zu denken, sondern bereichsübergreifende Kommunikationsteams zusammenzustellen, um die richtigen Themen in passender Weise zu adressieren", so Kai Halter, bvik-Vorstandsvorsitzender und Director Marketing bei EBM-Papst Mulfingen.

Mit dem Aufbrechen von Silos geht auch eine Einführung agiler Methoden und Prozesse einher. Entsprechend findet dieser Punkt bei 75 Prozent der Befragten Zustimmung. Diese Veränderungen werden sogar im relativen Vergleich als etwas größer und wichtiger angesehen als thematische oder fachliche Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz oder Virtual Reality.


Marketing als Vorreiter im Unternehmen

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird das B-to-B-Marketing und die B-to-B-Kommunikation verändern. Davon gehen 68 Prozent der Befragten aus. Für wichtig halten außerdem 65 Prozent der Befragten den Einsatz von Augmented und Virtual Reality. Sie gehen davon aus, dass diese Technik einen enormen Mehrwert für das B-to-B-Marketing bringt.

Marketing ist ein wesentlicher Treiber der Digitalisierung in Unternehmen, saget 61 Prozent. „Die IT-Abteilungen und die Produktentwicklungs-Abteilungen sind dabei, dem Marketing seine Stellung streitig zu machen. Wir müssen daher im Marketing massiv IT-Kompetenz und Produkt-Know-how aufbauen und unsere Stärken besser ausspielen", empfiehlt Andreas Bauer, bvik-Vorstand und Vice President Corporate Marketing Strategy & Operations bei Kuka.

„Durch die Digitalisierung werden zahlreiche neue digitale Services und Produkte in B-to-B-Unternehmen entstehen, die agil entwickelt und sehr früh am Markt getestet werden. Hier kann Marketing-Abteilungen eine komplett neue Rolle als Steuerungs- und Analytics-Instanz zukommen, da die digitalen Kanäle bereits eine Domäne des Marketings sind."


Kein Einfluss der Infuencer

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sehen 51 Prozent der Befragten als nachteilig für die B-to-B-Kommunikation an. Allerdings werden die Nachteile der neuen Gesetzgebung für den Bereich Marketing und Kommunikation nicht so drastisch gesehen, wie es häufig in der Öffentlichkeit und den Medien dargestellt wurde. Immerhin sehen fast ein Viertel der Befragten in der Umsetzung der DSGVO wenige oder keine Nachteile für B-to-B-Marketer.

Knapp die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass Influencer-Marketing auch in der B-to-B-Kommunikation an Bedeutung gewinnen wird. Im Vergleich zu den anderen abgefragten Themen scheint Influencer Marketing aber keine besonders große Rolle zu spielen. Das Thema wurde auch gesondert als Fokusthema abgefragt.

Der Informationsbedarf in diesem Bereich ist noch groß. Immerhin wissen 44 Prozent noch nicht, welche Möglichkeiten Influencer Marketing im B-to-B bieten kann. Und Etwa zwei Drittel der Befragten haben das Gefühl, kein vollständiges Wissen oder keine ausreichenden Informationen über die Möglichkeiten des Influencer Marketing für den B2B-Bereich zu haben.

Alle Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

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© CPWISSEN am 22.08.2018 15:40

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