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Überzeugender ROI bei der Kommunikation von Großprojekten

Große Bau- und Infrastrukturprojekte bieten oft auch große Angriffsflächen für Kritik. Eine überzeugende Kommunikation zahlt sich dabei auch finanziell aus, so das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Wikopreventk und der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Baustelle

Bild: Fancycrave

In fast drei Viertel der Projekte ist laut Studie der Nutzen der Kommunikation höher als die Kosten dafür. Darüber hinaus hat die freiwillige Kommunikation in zwei Drittel der Fälle ein Projekt positiv beeinflusst. "Die befragten Projektleiter gaben an, dass die Akzeptanz und das Vertrauen gestiegen sind. Kritische Fragen konnten frühzeitig gelöst werden. Auch wurde Gerüchten und Ängsten entgegengewirkt", erklärt Professor Frank Brettschneider, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim.

Die Hälfte der befragten Investoren gibt an, dass die Einbindung aller wichtigen Gruppen die Diskussion versachlicht habe. 64 Prozent sagen, dass die Akzeptanz gesteigert werden konnte. Als besonders wichtig sehen 99 Prozent eine transparente Kommunikation an, für 96 geht es um ihre Glaubwürdigkeit als Bauträger. Weniger wichtiger sind laut Studie die proaktive Zusammenarbeit mit Umweltverbänden (52 Prozent) und das Angebot, aktiv mitzuplanen (35 Prozent).

 

Als Kommunikationsmaßnahme wird überwiegend die klassische Pressemitteilung eingesetzt (91 Prozent). Danach folgen Info-Veranstaltungen (83 Prozent), Pressekonferenzen (74 Prozent) sowie Visualisierungen (66 Prozent) und Projekt-Websites (65 Prozent). Social Media dagegen spielt so gut wie gar keine Rolle. Konfrontationen und Formate, die starke Emotionen begünstigen, meiden die Verantwortlichen und forcieren stattdessen lieber die sachliche Auseinandersetzung.

Ein vollständiges Kommunikationskonzept gibt es laut Studie nur bei der Hälfte der Projekte. Durchschnittlich werden  lediglich 0,1 Prozent des Projektvolumens in das Kommunikationsbudget investiert. Damit liegen die Bauträger weit unter dem vom Verein der deutschen Ingenieure (VDI) empfohlenen Wert von einem Prozent.

Für die Studie wurden die Projektleiter von 97 Projekten – davon 35 in Österreich – mit einem Investitionsvolumen von 85 Milliarden Euro befragt. Knapp die Hälfte der Projekte kommt aus dem Bereich Verkehr, ein Viertel aus dem Energiesektor.

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© CPWISSEN am 15.11.2018 10:48

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