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Kinder-Medien-Studie 2018

Kinder sind on- und offline daheim

Kinder sind heute sowohl in der digitalen als auch in der analogen Welt zuhause und können die Medien- und Freizeitmöglichkeiten in beiden Bereichen managen, so ein Ergebnis der Kinder-Medien-Studie 2018.

Photo by Duangphorn Wiriya on Unsplash

Zum zweiten Mal haben die sechs Verlage Blue Ocean Entertainment, Egmont Ehapa Media, Gruner + Jahr, Panini Verlag, Spiegel-Verlag und Zeit Verlag in einer repräsentativen Medienstudie den Medienkonsum und das -nutzungsverhalten von 7,26 Millionen Kindern in Deutschland untersucht. Die Ergebnisse:

Mediennutzung
Wie bereits im Vorjahr, zeigt auch die Kinder-Medien-Studie 2018, dass Kinder gerne Printmedien nutzen. 70 Prozent lesen mindestens mehrmals pro Woche Bücher oder Zeitschriften aus Papier. 84 Prozent aller befragten Kinder geben an, Magazine aufzubewahren, um immer wieder in ihnen lesen zu können. Elektronische Endgeräte und Lesemedien spielen dagegen in der Zielgruppe der Vier- bis 13-Jährigen keine Rolle, wenn es ums Lesen geht.

Für Videos, Filme oder Serien nutzen allerdings 35 Prozent der 13-Jährigen mindestens mehrmals pro Woche YouTube, Vimeo oder andere kostenlose Videodienste. Auch die CD ist noch weit verbreitet unter den Kindern. 60 Prozent der Vierjährigen hören Musik, Hörspiele oder Hörbücher mindestens mehrmals pro Woche auf CD.

Freizeit
Kinder verbringen ihre Freizeit gerne sowohl mit analogen als auch digitalen Aktivitäten. In allen Altersklassen sind sie gerne mit Freunden zusammen (89 Prozent) und spielen im Freien (81 Prozent). Spielen auf dem Tablet, Smartphone oder Computer wird mit zunehmenden Alter relevanter. Mehrmals pro Woche spielen 71 Prozent der 13-Jährigen, aber nur sieben Prozent der Vierjährigen.

Spielzeug
Ein Fahrrad ist für Mädchen und Jungen ein wichtiger Besitz: 93 bzw. 92 Prozent haben eins. Kuscheltiere haben 96 Prozent der vier- bis 13-jährigen Mädchen, während die Jungen stärker auf Spielkästen Wert legen. 88 Prozent haben einen. Außerdem sammeln Kinder gerne Figuren und Karten. Ab 13 Jahren ersetzen elektronische Endgeräte eine Vielzahl an traditionellem Spielzeug. So besitzen 92 Prozent der 13-jährigen Mädchen und Jungen bereits ein Smartphone, 55 Prozent einen Computer und 26 Prozent ein Tablet.

Entsprechend wünschen sich 41 Prozent der Kinder ein Handy oder Smartphone. Aber auch Spielekonsolen oder die kleineren Handhelds (33 Prozent) und Tablets (32 Prozent) stehen auf der Wunschliste. Aber nicht nur Elektronik lässt die Kinderaugen glänzen. Denn gleichzeitig wünschen sich 25 Prozent der Vier-bis 13-Jährigen Gesellschaftsspiele. Inliner bzw. ein Skate- oder Longboard stehen mit 20 Prozent sogar vor einem Fernseher (18 Prozent) auf der Wunschliste.

Interessen
Im Durchschnitt begeistern sich Mädchen über alle Altersklassen hinweg für Pferde (83 Prozent), Haustiere (83 Prozent) und Prinzessinnen oder Feen (79 Prozent), während sich Jungen vor allem für Sport (83 Prozent), Autos ( 83Prozent) und Superhelden (79 Prozent) interessieren. Neben diesen klassischen geschlechterrollen-reproduzierenden Themen, gibt es auch übergreifende Bereiche: 75 Prozent der 13-jährigen Mädchen und 68 Prozent der 13-jährigen Jungen interessieren sich für aktuelle Themen. Auch Natur und Umwelt (64 Prozent der Mädchen und 63 Prozent der Jungen) oder Reisen und andere Länder (56 Prozent der Mädchen und 55 Prozent der Jungen) sind für Vier- bis 13-Jährige beider Geschlechter relevant.

Taschengeld
Durchschnittlich haben die befragten Kinder 22,99 Euro im Monat zur Verfügung. Drei Viertel der Kinder dürfen darüber eigenverantwortlich entscheiden, bei den über Zehnhährigen sind es sogar 94 Prozent. Am liebsten geben sie es für Süßigkeiten (68 Prozent) und Lesestoff (50 Prozent) aus.

Kommunikation
Das Smartphone wird von den Zehn- bis 13-Jährigen tatsächlich noch häufiger zum Telefonieren genutzt (das machen 97 Prozent mindestens ab und zu), als für das Schreiben von Textnachrichten (90 Prozent). Die Sechs- bis Neunjährigen schreiben sogar noch Postkarten oder Briefe (43 Prozent). Danach erst folgen Sprachnachrichten (20 Prozent) und das Posten von Bildern oder Status (16 Prozent).

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© CPWISSEN am 08.08.2018 11:00

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