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Kommunikation auf Schleuderkurs

Deutsches Audi magazin trägt's aus der Kurve

Wie die Mutter, so die Tochter: Volkswagen bekommt seine Kommunikation nicht in den Griff. Jetzt blamiert sich Audi und setzt sein deutsches Kundenmagazin bis auf weiteres aus. Das neue Konzept ist gerade seit einem Jahr im Markt.

Audi Magazin

Das internationale Audi-Magazin bleibt.

Es ist offenbar schwer bis unmöglich, ein Corporate Magazin durch eine Krise im Mutterland der Marke zu steuern. Vielleicht, weil die Farce einer Markenkommunikation ohne strategischen Überbau deutlicher wird, wenn, wie bei Audi, der Chef quasi in Sichtweite in Untersuchungshaft sitzt. Vielleicht, weil ein Ende der Krise nicht absehbar ist, solange sich die eigentlich Verantwortlichen drücken. Vielleicht aber auch nur, weil jemand nachgerechnet hat, was es tatsächlich bringt, mit Territory neben Loved – verantwortlich für die internationale Kommunikation – eine weitere Agentur zu finanzieren, die Inhalte für den deutschen Markt produziert. Eine Frage von Effizienz also.

Allerdings ist es gerade mal ein gutes Jahr her, dass die deutsche Ausgabe des Audi magazin an Territory ging. Sollte man sich nicht schon zu diesem Zeitpunkt die Frage nach dem Sinn gestellt haben, ein eigenes, deutsches Magazin zu produzieren? Zumal im Headquarter ein umfassender kanalunabhängiger internationaler Contentpool – auch in deutscher Sprache – vorhanden ist. Am Auftrag des langjährigen Dienstleisters Loved soll sich auch künftig nichts ändern. Für 2019 sind drei Print-Ausgaben geplant.

Das Herumgepitche um die deutsche Ausgabe mit dem Aus nach nur einem Jahr legt offen: Die Audi-Kommunikationsabteilung hat keinen Kompass mehr. Territory werde „bis auf weiteres" keine Printausgabe mehr produzieren, so verlautet es aus der Audi-Zentrale in Ingolstadt. Zugleich will man das Gegenteil nicht ausschließen, nämlich, dass es in Zukunft wieder ein deutsches Print-Produkt, exklusiv für den deutschen Markt, gibt: „Wir arbeiten momentan an einer Neuentwicklung des Dialogkonzepts", sagt Pressesprecherin Susanne Killian. Dieses müsse nicht unbedingt rein digital sein, könnte aber in Richtung einer engeren Vernetzung von Print und Online gehen. Ein gutes Jahr nach Relaunch klingt das eher nach einem hilflosem Ringen um Erklärung, wo nichts mehr zu erklären ist.  

Was bei G+J bleibt, ist die internationale Vermarktung.
pd/fm 

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© CPWISSEN am 24.09.2018 16:33

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