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Interne Kommunikation

Post-Chef spricht Klartext in Mitarbeiterzeitschrift

Eine Mitarbeiterzeitschrift soll Transparenz schaffen und Mitarbeitern aktuelle Entwicklungen erklären. In der Theorie. Redet tatsächlich mal jemand Klartext, wird das zum Presse-Ereignis. Das erlebt Post-Chef Frank Appel gerade mit dem Mitarbeitermagazin "Premium-Post".

Post-Chef Frank Appel

In einem Interview in der hauseigenen Publikation spricht CEO Frank Appel davon, dass die Postler nicht wirklich als Team arbeiten würden, "und das beziehe ich auf alle Ebenen", zitiert die Bild am Sonntag und leitet daraus ab, der Konzern-Leiter gehe auf seine Mitarbeiter los.

Appel erwarte von den Mitarbeitern verstärkte Anstrengungen bei der Sanierung des kriselnden Brief- und Paketgeschäfts. "Jeder Einzelne muss Verantwortung für seinen Bereich übernehmen, Dinge infrage stellen und gegebenenfalls verändern".

"Wir haben in einigen Bereichen zu viele neue Ideen verfolgt", kritisiert Appel, und: "Unsere Organisation ist in Teilen zu kompliziert aufgestellt."

Hintergrund für dieses Interview ist offenbar die Gewinnwarnung, die die Post Anfang Juni herausgeben musste. Der Konzern geht demnach von einer Milliarde Euro weniger Gewinn aus, was wesentlich am kriselnden Brief- und Paketgeschäft liegt. Jürgen Gerdes, der bis dahin diesen Bereich geleitet hatte, musste daraufhin gehen. 

Den erhöhten Kommunikationsbedarf infolge versucht Appel über das Mitarbeitermagazin zu decken. Nicht ohne seiner Kritik am Ende doch auch versöhnliche und motivierende Worte folgen zu lassen: "Unsere Mitarbeiter leisten jeden Tag hervorragende Arbeit. Deshalb werden wir das hinbekommen."

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© CPWISSEN am 23.07.2018 10:35

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