"Insolvenz-Kommunikation als Sanierungsbeitrag"
Die Agentur Ergo Kommunikation hat einen Redakteur und Berater speziell für den Bereich Insolvenz-Kommunikation eingestellt. Fragen dazu an Ergo-Geschäftsführer Tobias Mündemann.
Herr Mündemann, erwarten Sie denn mehr Pleiten in der deutschen Wirtschaft?
Wir verstehen Insolvenzkommunikation eher als logische und damit langfristige Erweiterung unserer Kommunikationsberatung, die in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gewachsen und noch stärker und vielseitiger geworden ist. Insolvenzkommunikation ist, wenn Sie so wollen, eine spezielle Form der Krisenkommunikation. Sie zeichnet sich aus durch zeitlich verdichtete, auch rechtlich komplexe Rahmenbedingungen und kurze Fristen. Unabhängig davon glauben wir durchaus, dass es im kommenden Jahr verstärkt Bedarf an Insolvenzkommunikation geben wird.
Welches Ziel hat diese Form der Krisenkommunikation?
Ziel ist, allen Beteiligten – Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und letztlich auch der Öffentlichkeit – zu signalisieren: Ein Insolvenzverfahren ist nicht aller Tage Abend. Im Gegenteil, es bietet reelle Chancen zum Neuanfang. Dieser Aspekt wird in der deutschen Öffentlichkeit noch zu wenig wahrgenommen – anders als in den USA, wo Chapter-11-Verfahren viel präsenter und bekannter sind. Dort spricht man von "Gläubigerschutz", was den Kern des Verfahrens genauer beschreibt.
Welche Kanäle sind dabei wichtig?
Im Kern geht es darum, innerhalb kurzer Zeit möglichst allen relevanten Zielgruppen zu vermitteln, dass und wie es weitergeht. Um das zu erreichen, spielen sowohl Mitarbeiter- und Kundenmedien eine Rolle, aber natürlich auch die Lokal-, Wirtschafts- und Fachmedien. Zunehmend wichtig wird in diesem Zusammenhang natürlich auch die Online-Kommunikation. Insofern ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, die Kommunikation zu orchestrieren und für ein klares und stringentes Bild zu sorgen.
Und wer bezahlt am Schluss die Rechnung?
Entweder werden wir direkt vom Insolvenzverwalter honoriert, oder unser Honorar wird aus der Insolvenzmasse bezahlt. In beiden Fällen gilt, dass wir natürlich mit unserer Kommunikation einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens leisten – so dass am Ende auch die Gläubiger ein Interesse an professioneller Kommunikation haben.
© CPWISSEN 28.10.2011 11:40









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