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UBS umwirbt Millenials mit "Unlimited"

Wie öffnet man Millenials für das Thema Wealthmanagement? Die UBS hat einen vielversprechenden Content-Marketing-Ansatz gefunden.

Spätestens seit der letzten Finanzkrise 2008 bemühen sich Banken um Imagepolitur. So auch die Schweizer UBS. Mit Unlimited knipst sie das Licht an – bei den in Sachen Wealthmanagement noch weitgehend unterbelichteten Millenials.

Unlimited

Doch von Anfang. Vor rund zwei Jahren holte sich die Bank den skandinavischen Marketing-Meister Johan Jervøe nach Zürich. Er verordnete der Bank mehr Nähe zum Kunden, mehr Emotion, mehr Warmherzigkeit. Warme Worte, in deren Folge die Bank auch die Millenials entdeckte. Diese Zielgruppe der Digital Natives, geboren zwischen 1980 und 1999 und im Generationen-Alphabet unter Y eingeordnet, war in der Geschäftsstrategie der Schweizer Großbank eher eine Randerscheinung. Bis jetzt.

Wie der Blick in die internationalen Wirtschaftsnews nahezu täglich zeigt, haben die Digital Natives, heute im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, die Spielarten der digitalen Transformation längst voll im Griff. Die Generation Y zeigt, wo es lang geht, bei den Social Media ebenso wie beim elektrifizierten Verkehr, bei Big Data wie beim Internet of Things, bei der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung wie beim Behandeln von Krankheiten. Und die Generation Y erwirtschaftet schnell große Vermögen. Ein verunglückter Snapchat-Start spült den Besitzern Evan Spiegel und Bobby Murphy mehr Geld in die Kassen als GM der Verkauf des Traditionsunternehmens Opel. 

Die UBS als einer der größten Vermögensverwalter weltweit zieht ihre Kreise daher fortan deutlich enger um diese Zielgruppe. Unter dem Namen Unlimited bietet sie seit Mitte 2016 einen Content Hub als Dialog-Plattform für die großen Fragen des Lebens, the "life's big questions", wie es Nicholas Wright, Marketingchef von UBS Wealth Management nicht ohne Pathos formuliert. Wright sieht die UBS als Bank der Wahl für alle Game Changer und als Kompass durch eine immer komplexere Welt. Die Arbeitsteilung sieht so aus: Unlimited konzentriert sich plattformübergreifend auf Facebook, Twitter, Instagram und Youtube auf die großen Fragen, die Herausforderungen der Zeit. Die UBS als Bank dahinter, positioniert sich als starker Lösungspartner. Denn alle Visionen und Ideen brauchen dringend das eine: geregelte Finanzen.

 

Content Marketing als Collaboration Tool

Unlimited war vom Start weg ein Medienpartner-Projekt. Gezielt suchte man sich Medien mit hohen Reichweiten in der Millenials-Zielgruppe wie The Future Laboratory, VICE und Monocle. Monocle beispielsweise geht der Frage nach, ob Wohlstand tatsächlich reich macht und sucht Antworten bei vier Jungunternehmern. Vice findet einen ungewöhnlichen Millionär, der Freiheit in der Einsamkeit einer Insel lebt. The Future Laboratory geht der Frage nach, wie sich Reichtum und Erfolg heute in der Millienials-Generation überhaupt definiert – als reich an Erfahrung, an Kontakten über Social Media und Netzwerke?

Die Partnerbeiträge werden um Finanz- und Wirtschaftsthemen von UBS-Autoren ergänzt. So sinniert beispielsweise UBS-Chef-Volkswirt Paul Donovan über die tatsächliche Aussagekraft des Bruttoinlandsprodukts.  

Unterm Strich bietet Unlimited einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Themenmix, der allerdings stark auf die Anglo-Amerikanische Welt fokussiert ist. Wohlstand gleich Bildung gleich englischsprachig, so die UBS-Gleichung, zumindest die des britischen Marketingchefs. Bei der Content Distribution klemmt es noch. Erst neun Seiten verlinken auf die Unlimited-Inhalte, darunter Big Player Forbes. Die Page Views sind aktuell rückläufig auf 1,8 Views pro Besucher. Positiv: Wer die Inhalte findet, lässt sich auf sie ein und bleibt im Schnitt knapp drei Minuten auf der Seite. Ein ausbaufähiger Ansatz, der vor allem eines erfordert: Durchhaltevermögen. 

Unlimited

© CPWISSEN am 07.03.2017 12:20

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