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Der Pinterest-Hype

Schuhe, Kleider, Katzenbilder

Nicht Facebook, nicht Twitter - nein, Pinterest ist der aktuelle Social-Media-Hype aus Palo Alto. Knapp zwölf Millionen Unique Users ermittelt Comscore allein im Januar, mehr als doppelt soviele wie im November. Fast 100 Minuten surften User im selben Monat durchschnittlich auf der Site. Das Interesse der Unternehmen ist geweckt.

Schuhe, Kleider, Katzenbilder

Es ist wie es ist: Frauen sind gefühlsduselig, sprachbegrenzt und eitel. Sie fahren auf Schuhe und Klamotten ab und überraschen ihre zumeist unzähligen "allerbesten" Freundinnen gern mit kleinen Geschenken. Für sie, zumindest für eine offenbar beachtlich große Teilmenge, ist Pinterest gemacht.

Es geht ganz einfach: Bilder oder Videos auf der Site an die Pinnwand pinnen. Irgendwer wird sich dann schon interessieren und den mitunter unsäglichen Quatsch über die klassischen sozialen Netzwerke teilen. Selbstverständlich kann man sich auf dem Pinterest-Flohmarkt auch per "Pin it"-Button Bilder-Perlen für die eigene Pinnwand einsammeln und darf so der Welt endlich zeigen, was man mag oder verabscheut, ohne auch nur einen Satz formulieren zu müssen.

97 Prozent der Facebookfans auf Pinterest sind weiblich. Mit ihrer Fotomania legen Sie Spuren. Die allmählich immer besser gefüllten Fotoalben erzählen immer deutlicher von ihren Vorlieben - und  interessieren selbstverständlich die Unternehmen. Zumindest den Teil der Consumer-Hersteller, der Produkte für immerhin 50 Prozent der Menschheit produziert. 

Noch weiß das 16-Mitarbeiter-Start-up aus Palo Alto zwar selbst nicht so genau, wie es seine Bildmaschine zu Geld machen kann. Doch das könnte sich bald ändern, denn das Interesse der Unternehmen wächst. Die nonverbale Plattform hat höchste Attraktivität für Geschenke-, Taschen- Kleider-, Schuh- und Wohnaccessoire-Hersteller und -händler.

Das Wall Street Journal fahndete nach Umsatzquellen und förderte einiges zutage. Lands' End Canvas, ein Ableger von Lands End, hat seiner Produktseite bereits ein Widget hinzugefügt, um Usern das Pinnen von Produktfotos auf Pinterest zu erleichtern.  Etsy.com, ein Händler mit 50.600 Pinterest Followern nutzt ein Pinterest Preisschild-Feature, das dafür sorgt, dass jedes auf Pinterest geteilte Foto seiner Produkte inklusive Produtkname und Verkaufspreis übermittelt wird. Ein Hochzeitsgeschenke-Anbieter verzeichnet auf seiner Website bereits doppelt soviele monatliche Besucher über Pinterest als über Facebook und Twitter.

Einen gewaltigen Vorteil hat die nonverbale Bilderkommunikation sowieso: Sie ist global verständlich.

© CPWISSEN 20.02.2012 16:35

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