Die 5 Online- und Mobile-Trends 2012
Worauf sich die Macher von Unternehmensmedien 2012 einstellen sollten, zeigt der Trendmonitor der Medien-Strategieberater von Goldmedia.
Demnach kristallisieren sich in diesem Jahr vor allem folgende fünf für die Corporate Communication wichtigen Trends heraus:
1. Das Smartphone wird zur Überall-Fernbedienung
Vor allem mit dem Wachstumsschub durch LTE dringt das Smartphone immer tiefer in die Lebenswelt der Menschen und entwickelt sich zur zentralen Steuereinheit – zur Fernbedienung für das gesamte Leben. Es wird zum Verbindungsstück zwischen physikalischer Welt, dem Cyber-Space und der sozialen Welt: Es ist immer online, hat Ortskennung, externes Gedächtnis und Cloud-Zugriff, dient zur Beziehungspflege und als Empfehlungsmaschine mit eingebautem Telefon.
Und die Entwicklung hat erst begonnen, denn bislang verfügt nur jeder Dritte in Deutschland über ein Smartphone. Bei einer Wachstumsrate von aktuell 36 Prozent wird sich diese Zahl schnell nach oben verändern, zumal auch hier der Netzwerkeffekt ein schnelles Wachstum anheizt. Zudem wird im Jahr 2012 der Beginn der LTE-Datenübertragungstechnik mit sehr hohen Bandbreiten die Einsatzmöglichkeiten der Smartphones deutlich erweitern, auch wenn mit einem tatsächlichen Durchbruch von LTE erst in zwei Jahren zu rechnen sein wird.
2. Die mobile Videonutzung erreicht den Massenmarkt
Die Videonutzung auf mobilen Endgeräten wird 2012 zum Massenprodukt. Ursache dafür ist die Nutzung, die recht nah am klassischen Fernsehen liegt: Abends auf der Couch, vor dem Fernseher oder sogar kurz vor dem Einschlafen im Bett. Wenn bei Fernseh-Formaten wie Deutschland sucht den Superstar Werbung läuft, dann vertreibt man sich die Zeit mit kurzen Clips zu den Kandidaten auf dem Smartphone oder Tablet. Und auch die letzten Minuten der Lieblingsserie laufen schon einmal auf dem iPad im Bett. Fernsehen wird zunehmend auf vielen verschiedenen Screens genutzt. So sind die mobilen Abrufzahlen inzwischen beachtlich: Online-Video- Anbieter verzeichneten 2011 acht Prozent ihrer Abrufe über mobile Endgeräte (Web-TV-Monitor 2011, BLM/Goldmedia). Für 2012 deutet sich weiteres Wachstum an, denn schon jetzt werden jährlich über 10 Mio. Smartphones abgesetzt (BITKOM) – Tendenz stark steigend. So wird der mobile Abruf von Online-Videos weiter zunehmen und bis 2013 auf ein Viertel ansteigen (Web-TV-Monitor 2011).
3. Werbe-Budgets wandern weiter in Richtung Online
Laut ARD/ZDF-Onlinestudie nutzen 68 Prozent der deutschen Onliner zumindest gelegentlich Online-Video-Angebote – immer mehr davon auch Mediatheken und Videocenter. Die Wachstumsraten für Online-Video-Werbung sind momentan dreistellig. Unterbrecherwerbung bzw. sogenannte „Midrolls“ sind immer stärker im Kommen. So stieg deren Anteil an den Erlösen allein von 2010 auf 2011 um sieben Prozentpunkte. 2012 wird die Vermarktung von Online-Videos noch stärker in Gang kommen und eine Verlagerung der TV-Budgets in den Online-Bereich einleiten.
4. Social Media goes CRM
Unternehmen werden "soziale Intelligenz" stärker für sich nutzen Die Spielwiese Social Media etabliert sich zunehmend im Unternehmensalltag und wird zum integralen Bestandteil des Marketings. Wurde in der Vergangenheit noch experimentiert, kristallisieren sich zunehmend feste Strukturen und Konzepte heraus. Was 2012 noch viel stärker in den Fokus des unternehmerischen Marketings rücken wird, ist die konsequente Nutzung der sozialen Intelligenz aus Netzwerken wie Facebook, Twitter und Google+. Datenbestände werden ausgewertet und vor allem messbar bzw. vergleichbar gemacht. Es wird eine Professionalisierung der Analysemethoden und Auswertungstools stattfinden.
Unternehmen haben zwar längst erkannt, dass soziale Medien mehr sind als ein Kommunikationsinstrument für Werbezwecke. Was 2012 aber folgen wird, ist deren Einbindung in andere Businessprozesse wie Customer Relationship Management, Customer Service und Vertrieb.
5. Personal Media startet durch
Jeder dritte Deutsche besitzt heute ein Smartphone und hat Zugang zu Apps mit Location Based Services – Tendenz steigend. Die intelligenten Anwendungen entwickeln sich stetig weiter und beziehen sich zunehmend auf die persönlichen Eigenschaften eines Nutzers. Mit steigender Informationsüberlastung erfreuen sich personalisierte Angebote immer größerer Beliebtheit und regen zum Teilen persönlicher Daten an. 2012 müssen Marketing- und Kommunikationsstrategien personalisierte Aspekte mit einbeziehen, um den Bedürfnissen des vernetzten Konsumenten gerecht zu werden und Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Mit passgenauen Angeboten überall und zu jeder Zeit wird auch die Bereitschaft des Kunden steigen, persönliche Daten freiwillig zu teilen.
Quelle Aufmacherfoto/Homepage: sassi / pixelio
© CPWISSEN 25.01.2012 16:03







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