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Migros-Punkte sammeln mit Fred

Handels-Kommunikation einmal anders: Die Schweizer Einzelhandelskette Migros gründet mit M-way ein Kompetenzzentrum für Elektromobilität. Und macht mit einer App Furore, die sparsames Steuern des Autos und häufiges Benutzen des Fahrrads mit Einkaufspunkten belohnt.

Migros-Punkte sammeln mit Fred
Fred: Ist er zufrieden, gibt es Einkaufspunkte

Fred sollte nicht ins Wasser plumpsen. Der Eisbär Fred, zentrale Figur einer Gratis App, hält Nutzer spielerisch dazu an, sich umweltschonend fortzubewegen. Fred registriert dazu das Fahrverhalten aufmerksam: Ruppiges Fahren und abrupte Bremsmanöver ärgern ihn, bei radikaler Fahrweise plumpst er gar ins Polarwasser – worauf er protestiert. Bei einer sanften Fahrweise hingegen freut sich das Tier: Dann erhöht sich der Punktestand des Nutzers.

Man wagt wieder Hoffnung: Mit der Insolvenz von Schlecker endet nun doch noch die Ära frühkaptialistischer Händler und angestaubter betriebswirtschaftlicher Binsen, die nur den Umsatz pro Quadratmeter im Blick haben. Nein, kein weiteres Klagelied auf Schlecker & Co., auf erbärmlich behandelte Mitarbeiter, auf in enge Regalreihen gepresste Waren, auf monoton Werbesprüche exerzierende Monitore, klein genug, um blitzschnell wieder zu verschwinden, wenn ihre Botschaft versagt, die da lautet: Hier kriegst Du billig, billiger, am billigsten. Schlecker war längst ein Auslaufmodell.

Was der Handel braucht, das sind Ideen, mit denen er seiner Kundschaft aus der Seele spricht, auf dass sie mit Überzeugung ihre Geldbörsen zücken. Ideen, wie diese vom Schweizer Einzelhändler Migros: Mit M-way gründeten die Schweizer Händler ein Kompetenzzentrum Elektromobilität. Damit wollen sie zwar nicht BMW und Daimler konkurrieren, doch auch Autohändler sollten sich die Entwicklung des Modells genauer ansehen: Bei M-way gibt es Elektroautos wie den Chevrolet Volt ab 50.490 Franken, E-Bikes, Elektroroller und Elektromotorräder sowie passendes Zubehör und Accessoires für einen nachhaltigen Lebensstil. Attraktive Finanzierungsmodelle plus Versicherungsleistungen sind ebenfalls mit im Angebot. Und dank Ökostrom aus Schweizer Kraftwerken wagt M-way, auch eine klimafreundliche Fortbewegung der verkauften Elektromobile zu versprechen. Erste Shops gibt es bereits in Zürich, St. Gallen, Genf und Lausanne. 

In Deutschland hat man längst Kenntnis von dieser zeitgeistigen Idee. Zumindest Bosch und Siemens sind vom Konzept überzeugt und unter anderen neben den Schweizerischen Bundesbahnen SBB als strategische Partner mit im Boot. 

Das neue Engagement von M-way wird vom Themenportal m-way.ch begleitet. Es nähert sich in vielen Facetten dem Thema Elektromobilität. Jedes einzelne Produkt, vom Auto bis zur iPhone-Halterung für E-Bike, sind detailliert beschrieben. Ein „Magazin“-Bereich erklärt „Die ganze Welt der Elektromobilität“. Das Thema Nachhaltigkeit verlinkt direkt mit dem Migros-Portal, womit auch die Einzelhandelskette selbst das Interesse der  energie- und umweltbewussten Zielgruppe auf sich lenkt. 

M-way generiert auch Umsatz über mediale Begleitprodukte wie Bücher und Filme. Selbst Zeitschriften wie Sonderausgaben von Geo, Spiegel und der Zeit können bestellt werden. Schade nur, dass man bei den Verlagen offenbar noch nichts von diesem neuen Käuferpotenzial weiß und die Bestell-Verlinkungen oft ins Leere laufen. 

Die zusammen mit Eisbär-Fred aus der App gewonnenen Punkte können die Nutzer in M-way-Shops gegen Rabatte und Preise einlösen. Somit zahlt sich klimafreundliches Fahren dreifach aus: Die Umwelt freut sich über reduzierte Emissionen. Der Geldbeutel freut sich über den niedrigeren Treibstoffverbrauch. Der erfolgreiche App-Nutzer erspielt sich Vorteile für den nächsten Kauf eines Fahrzeugs aus der M-way Produktpalette.

Und nicht zuletzt: Auch an Fahrradfahrer ist gedacht. Mit dem Velomodus der App werden die Benutzer dazu motiviert, ihr Auto zur Abwechslung auch mal in der Garage stehen zu lassen und in die Pedale zu treten. Das Radeln stellt Fred zufrieden –  und generiert weitere Punkte. 

© CPWISSEN 27.01.2012 14:17

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