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Interne Kommunikation

Die Vorteile der "Intern App" bei ING Diba

Die Mitarbeiterzeitschrift "intern" der Direktbank ING-DiBa als digitale Version anzubieten, diesen Wunsch hatten Mitarbeiter bereits als Idee in der firmeninternen Ideenbörse "Simplify" eingereicht. Doch man wollte das Magazin nicht einfach ins Intranet stellen.

Die Vorteile der
Janine Krönung, Interne Kommunikation ING-DiBa

Vielmehr sollten Mitarbeiter Artikel in Ruhe auch zuhause lesen können. Das geht inzwischen mittels einer iPad-App, die von einem Fünftel der Mitarbeiter genutzt wird. Wir fragten Janine Krönung von der Internen Kommunikation bei ING-DiBa nach dem Konzept hinter der neuen "Intern-App".

Frau Krönung, welche Ziele stecken hinter der noch eher außergewöhnlichen Idee einer Mitarbeitermagazin-App?
Wir möchten neben dem Intranet und den Live-Events auch das Mitarbeitermagazin deutlich dialogorientierter und innovativer aufstellen. Mit der Digitalisierung verfolgt die Redaktion drei Ziele: "mehr Identifikation", "mehr Erlebnis" und "mehr Dialog". Die Identifikation mit dem Unternehmen steigt, weil Mitarbeiter die iPad-App auch außerhalb des Büros nutzen und dann deutlich mehr Zeit haben, sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Neue Erlebnisse schaffen wir über themenbegleitende  Videos, Audios und Animationen. Konkret wird der Schwerpunkt jeder Ausgabe durch eine animierte Einstiegsseite hervorgehoben und erlebbar. Von dort aus können Mitarbeiter alle Unterseiten entdecken und den ING-DiBa Spirit erleben. Und schließlich erreichen wir mittels direkter Feedbackfunktionen mehr Dialog. Diese Form des „Leserbriefs“ kann unmittelbar während der Rezeption genutzt werden, so dass die Redaktion von einem unverfälschten Meinungsbild der Leser profitiert.

Wie bewerten sie die Anforderungen an die Umsetzung einer solchen App?
Die inhaltliche Umsetzung war nicht schwer. Eine Herausforderung für das noch unerfahrene Team war jedoch die technische Anbindung bei Apple. Die Interne Kommunikation hat sich für eine Lösung über den Adobe Reader entschieden. Dabei nutzt das Team ein Redaktionssystems, das mit der Digital Publishing Suite von Adobe arbeitet. Das Ergebnis ist eine echte iPad-App mit allen Funktionalitäten, und nicht nur ein Pdf-Dokument. Die App liegt aber nicht im öffentlich zugänglichen Apple Store, sondern wird ausschließlich firmenintern publiziert. Diese Möglichkeit wird bisher in Deutschland noch sehr selten genutzt.

Wer hat bei der Umsetzung geholfen?
Beim Einführen und Erstellen des Prototyps und auch bei der technischen Abstimmung mit Apple haben wir uns bei der Agentur mpm media process management GmbH Rat geholt. Sie hat uns auch bei den ersten Layout-Entwürfen und den Usability-Tests unterstützt. Inzwischen produzieren wir die Mitarbeiterzeitschrift und auch die iPad-App bei uns im Haus und greifen nur noch im Einzelfall auf die Agentur zurück.

Wie überzeugte die Interne Kommunikation das Management von der Notwendigkeit einer App?
Das  "Upgrade" des Mitarbeitermagazins wurde im Juni 2011 anlässlich der Führungskräftekonferenz "Fit for Future 2020" der ING-DiBa vorgestellt. Inhaltlich bildete die App die Informationen der Mitarbeiterzeitschrift inklusive des Schwerpunktthemas "Fit for Future" ab. Für die App wurden die einzelnen Themen mit neuer Grafik, Animationen und Videos angereichert. In einen Artikel zum neuen Gesundheitsmanagement samt angebotenen Yogakursen waren Mitmachvideos für zu Hause integriert. Ein Mitarbeiter stellte sich bei einem anderen Thema "Innovation für zu Hause" für ein Teaservideo zur Verfügung.  Eine Reportage zum Stimmtraining konnte mit Audiospuren unterlegt werden, die einen deutlichen Vorher-Nachher-Effekt hören ließen. Und beim Artikel zum Mitarbeiterhobby konnte eine Sängerin durch einen Proben-Mitschnitt ihre Stimme unter Beweis stellen. Ein Beleg für das hohe Tempo des Mediums war die Rede des Vorstandsvorsitzenden Roland Boekhout, die er am Morgen auf der Konferenz hielt, und die alle Führungskräfte am Nachmittag auf ihrer iPad-App ansehen konnten.

Nun rauscht eine solche Konferenz schnell vorüber. Wie wurde erreicht, dass die App in den Köpfen der Vorstände verankert blieb – auch über die Dauer der Konferenz hinaus?
Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Wir haben eigens für die Führungskräftekonferenz eine Login-Karte angefertigt, die jedem Beteiligten in wenigen Schritten das Herunterladen und Nutzen der App erklärte. Und das hat funktioniert. Die Führungskräfte haben sich auch nach der Konferenz noch einmal intensiv mit den Inhalten beschäftigt. Zeitgleich wurden die Videos für alle Mitarbeiter ins Intranet eingestellt.

Welches Feedback kam von Mitarbeitern und Führungskräften?
Ein durchweg positives, da so die Unternehmenskultur der ING-DiBa noch anfassbarer und lebendiger erlebt wurde. Deshalb wurde entschieden, die zweite Ausgabe der iPad-App allen Mitarbeitern der Bank zur Verfügung zu stellen.

Gab es auch Kritik?
Der Umfang der App mit 160 MB und die damit verbundenen Download-Zeiten stießen teilweise auf Kritik. Filme und große Bilder werden zukünftig auf einem externen Server gelagert und via Link integriert, um die Ladezeit zu verringern.

Welche Auswirkungen sehen Sie kurz- oder mittelfristig auf das Printmagazin?
Diese bleiben nicht aus. Mitarbeiter können jetzt schon das Printmagazin aktiv abwählen. Das bietet sich all jenen an, die ein digitales Magazin schon häufiger über das Vorschlagswesen Simplify eingegeben haben. Dennoch ist die App nicht grundsätzlich als Ersatz des gedruckten Magazins gedacht. Sie soll künftig parallel zur Printausgabe viermal im Jahr erscheinen. Eine ganzheitliche Themenplanung wird dafür sorgen, dass sich das neue Kommunikationsmedium gut in das Orchester der anderen Kommunikationsinstrumente einfügt und so der ausgewogene Kommunikationsmix erhalten bleibt.

ING DiBa

Apps erobern sich die Interne Kommunikation

© CPWISSEN 22.12.2011 10:50

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