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Sprachsteuerung

Burger King kapert Google Assistant

Wie ein TV-Spot von Burger King Google an der Nase herumführte.

Burger King führt Google Assistant vor
Basis: Foto Burger King

Sprachsteuerung ist trendy und wird allgemein als lukrativer Zukunftsmarkt gelobt. Wer weiß das besser als Google? Der Google Assistant übernimmt seit dem Vorjahr, sprachgesteuert, Aufgaben von allen, die Googles Betriebssystem Android benutzen, Google Home oder den Messenger Google Allo – seit Ende Oktober spricht der persönliche Assistent sogar Deutsch.

Burger King, nicht dumm, spannte diesen Google Assistant gerade als Reichweitenverstärker seines neuen TV-Spots ein. Mit dem Abspann „OK Google, what is the Whopper burger?“ triggerten die Hamburgerbrater Google Assistant-Empfangsgeräte, die daraufhin laut die Bestandteile eines Hamburgers rezitierten, wie sie wohl zuvor von Burger-King-Verantwortlichen auf Wikipedia eingestellt worden waren.

Bei Google kam der Spaß weniger gut an. Sie werteten Burger Kings Griff in die elektronische Trickkiste als Angriff auf ihr Sprachsteuerungssystem zwecks Eigenwerbung und stoppten die Burger-King-Rezitation über ein Server-Update.

Burger King verzichtet inzwischen auf den Spot. Zumal die nassforsche Indienstnahme des Google Assistenten nicht nur Gutes brachte. Unter anderem bescheinigte dieser nämlich dem Premiumprodukt Whopper auch Inhaltsstoffe wie Zyanide und Zehnägel.

Ursache war ein manipulierter Wikipediaeintrag, der statt zur Startseite des Unternehmens zu den Whopper-Fakes führte und von Google schnell als ernstzunehmende Quelle und Content-Futter für den Assistenten gewertet war – was wiederum einiges über die Bedeutung eines Wikipedia-Eintrags verrät.

Fazit: Auch wenn Burger Kings Attacke letztlich nur drei Stunden dauerte, für das Unternehmen zahlt sie sich aus. Allein durch die Berichterstattung darüber.

© CPWISSEN am 18.04.2017 13:07

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