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BMW lädt E-Mobile mit der Virtual Reality App von Google neu auf

Noch haben es Pioniere wie BMW schwer, ihre Stromer unters Volk zu bringen. Die Münchner wollen es jetzt mit einer neuen VR-Shopping App von Google versuchen.

BMW Virtual Reality

Las Vegas ist pünktlich zum Jahresstart immer wieder gut für einen Blick in die Glaskugel der Digitaltechnik. Unter dem vielfältigen Angebot der diesjährigen Consumer-Technik-Show CES findet sich auch eine neue Shopping App von Google. Sie soll in diesem Jahr kräftig für Furore sorgen, weshalb sich Google-Mutter Alphabet Inc. zum Start neben dem Klamottenlabel Gap mit BMW gleich noch einen internationalen Premiumplayer im Automarkt als Partner gesucht hat. Gemeinsam wollen beide nun ihren Beitrag leisten, um den Absatz der BMW-E-Flotte – mit dem kleineren Allzweckstromer i3 und dem noblen Sportwagen i8 – anzuschieben.

Googles Beitrag besteht vor allem in der in die App verpackten 3D-Technik Tango. Gelauncht im November und erstmals wirkungsvoll eingesetzt im Phab 2 Pro von Lenovo mit seinem übergroßen Phablet-Screen, nutzt diese Technik Kamera und Sensoren im Mobile Device, um digitale Bilder in einen realen Raum mit 360-Grad-Rundumblick zu projezieren und so Virtual und Augmented Reality zu verschmelzen.

BMW steuert die Inhalte für das BMW i Visualiser genannte Kundenerlebnis bei. Unterstützt wurden die Münchner von der Service Sparte des Technologieberaters Accenture. Die IT-Profis sorgen dafür, dass die passenden Bilddaten in die App kommen.


So profitiert der Kunde

Die neue App stellt das Lieblings-BMW-i-Modell in Lebensgröße in die Garage, oder – imageprägend – in die Auffahrt. Der Käufer wählt vorab schon mal unter sechs verschiedenen Farben, vier Ausstattungstypen und Rädern. Dann öffnet er die Tür, steigt in das Vehikel ein, schaltet Scheinwerfer und Radio ein. Und das alles mit Bildern in bester Auflösung. Später kann er diese Daten speichern und sie teilen, auf BMWi-Outlets im Netz, via Social-Media, E-Mail oder QR-Code.

Die App soll die E-Modelle zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts bei BMW-Händlern in elf Ländern anbieten. Wird sie vom Kunden angenommen, liegen die Pläne für Erweiterungen bereits auf den Computer Desks der BMW-Sales Manager: Angedacht ist eine komplette Modell-Bibliothek, die dann auch herkömmliche Verbrennungsmotor-Technik beinhalten dürfte. 

Auf die Autoindustrie setzt die gesamte AR-Branche große Hoffnung, wie eine Studie von IDC bestätigt. Begründung: Autobauer suchen dringend nach neuen Wegen, um Kunden, die zunehmend seltener den Weg zum Händler vor Ort finden, auch digital zu erreichen.

Googles Tango soll allerdings weit über die Autobranche hinaus überzeugen, neben Kleidung beispielsweise auch beim Kauf von Küchen.

Ans Geldverdienen denkt man bei Google im Moment noch nicht. Erfahrungen sollen gesammelt, die Technik weiter optimiert werden. Das ist auch dringend nötig, will Google einen Massenmarkt erreichen. Im Moment steht die Technik neben dem Phab 2 Pro nur noch auf dem Asus Zenfone zur Verfügung – ein Hinweis auf die tatsächliche Komplexität der Technik. Eric Johnsen, Chefentwickler von Augmented-Reality-Lösungen bei Google, rechnet daher mit einigen Jahren bis Tango über Google Play auf allen Android-Geräten verfügbar sein wird. Wie das App-Geschäftsmodell später konkret aussehen soll, darüber hüllt man sich noch in Schweigen. 

Quellen: Wired, BMW.

 

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© CPWISSEN am 16.01.2017 11:00

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