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Warum Facebook bei WhatsApp Businesskunden zur Kasse bitten will

22 Milliarden US-Dollar steckte Facebook in die Übernahme von WhatsApp. Eine Rekapitalisierung war nicht in Sicht. Bis jetzt.

WhatsApp für Businesskunden

Matt Idema, WhatsApps COO, lüftete auf Foxbusiness den Schleier über den bisher gut gehüteten Plänen: Die beiden bisher von Unternehmen frei nutzbaren Werbe-Tools, um Potentials über WhatsApp zu erreichen, sollen aller Voraussicht nach künftig nur noch gegen Bares angeboten werden. Wer hätte auch anderes erwartet?

Über die bis dato kostenfreie WhatsApp Business App können Unternehmen jeder Größe, vom Bäcker um die Ecke bis zur Fluggesellschaft, User kontakten, die einem Businesskontakt zuvor über ein "Opt in" zugestimmt haben. Für eine qualitativ wertige Datenbasis sollen verifizierte Profile sorgen, die aus der von WhatsApp selbst bezifferten Nutzerzahl von einer Milliarde täglich, Personen sowie Unternehmen herausfiltern. Für die Datenqualität spricht nicht zuletzt der zunächst vielgeschmähte und für justiziabel erachtete Austausch der WhatsApp-Daten mit Facebook, wie er 2016 gestartet ist.

Aktuell werden diese Services bereits in Brasilien, Europa, Indien und Indonesien getestet, so auch von den KLM Royal Dutch Airlines.  

Die Technik beherrscht Facebook längst 

Vergleichbare Business Services kennt man von den Facebook News Feeds ebenso wie von der Foto- und Videosharing-Plattform Instagram, auch diese ist Teil des Facebook-Konzerns und wurde von Marc Zuckerberg 2012 für eine Milliarde US-Dollar gekauft.

Was den besonderen Reiz ausmacht: WhatsApp hat andere regionale Stärken als Facebook, beispielsweise in Indien. Unternehmen wie das indische Start up Gurgaon, spezialisiert auf den Online-Versand verschreibungspflichtiger Medikamente, sieht in WhatsApp deutliche Vorteile, Erstkäufer leichter weiter zu bearbeiten als mit einer eigenen App oder einer SMS und will Kunden mit Alerts auf Angebote aufmerksam machen.

Was konkret Unternehmen künftig für den Kontakt in die WhatsApp Community zahlen sollen, will Idema noch nicht sagen.

Für Insider ist Zuckerbergs Strategie naheliegend: Sinkt der Umsatz mit News Feeds im Kerngeschäft, der Facebook-Plattform, sorgen wachsende Umsätzer im Messaging-Bereich für Ausgleich und vielleicht sogar mehr. Zuckerbergs Company hat mit dem Facebook Messenger und dem WhatsApp Messenger die populärsten überhaupt im Portfolio und hätte somit alles richtig gemacht. Zunächst geht es allerdings erst einmal darum, die Investitionen auszugleichen. Zuckerberg selbst rechnet frühestens in fünf Jahren mit Reingewinnen.

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© CPWISSEN am 06.09.2017 11:01

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