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Wenn Google keine Rolle spielt

Vente privee pfeift auf SEO

Undurchsichtig sind für viele Marketer die Suchmaschinen-Algorithmen ebenso wie die Dienstleisterangebote rund um SEO und SEA. Wer, wie der Händler Vente-privee, präzise Kundenprofile hat, greift lieber auf einen bewährten Kommunikationsweg zurück: die E-Mail.

Nissan hat sich mit seinen E-Mail-Kampagnen gerade die Gunst der US-Marktforscher von L2 erworben. Auch Händler besinnen sich wieder verstärkt auf die gute alte Mail. Für den 2001 in Saint-Denis bei Paris gegründeten Online-Händler Vente-privee mit seiner geschlossenen Shopping-Community sind E-Mail-Kampagnen der Vertriebsmotor schlechthin. Mit seinem Warenangebot rund um Mode und Accessoires, aber auch Haushaltswaren, Reisen und sogar Autos erwirtschaftete der Allrounder 2014 mit 1.800 Mitarbeitern bereits 1,7 Milliarden Euro. Bei ihm bleiben SEO und SEA links liegen.

Die Herausforderung an Mitbegründer Ilan Benhaïm (Foto): Seine jährlich 10.000 Angebote gelten jeweils nur drei bis fünf Tage und müssen immer wieder Interessenten unter den inzwischen nach eigenen Angaben über 23 Millionen Migliedern international finden.

Schon früh begann Vente-privee mit einer ausgeklügelten Zielgruppen-Segmentierung. Benhaïm: "Unser Geschäftsmodell ist abhängig von der Fähigkeit, schnell die am besten geeigneten Kunden für den Verkauf zu finden." Kontext-bezogen öffnet der Händler regelmäßig die Schleusen für seine E-Mail-Fluten. Dafür braucht er Inhalte, die garantierte Shopping-Erlebnisse bieten, bis zu 20.000 Produktbilder täglich, zum passenden Zeitpunkt die passenden Profildaten der Mitglieder sowie eine Software, die personalisierte Aussendungen unterstützt und den Kampagnenverlauf scannt. Vente-privee setzt auf Big Data, die Adobe Cloud und zunehmend auf Mobile Marketing. Rund 40 Prozent des Umsatzes laufen bereits über mobile Geräte.

Dynamische Inhalte reagieren auf persönliche Wunschlisten und Präferenzen aus früher gekaufter Ware. So lassen sich die Mails sinnvoll personalisieren. Die Analyse von Öffnungsraten und Conversions hilft beim Ermitteln der optimalen Versandfrequenz. Die Interaktion liefert immer mehr Daten, um künftige Interaktionen noch weiter zu verfeinern. Der Wert der persönlichen Adresse wächst mit jeder Interaktion. Welches Gerät nutzt der Kunde? Wo befindet er sich? Was hat er bereits gekauft? Jede kontextbezogene Information ist wichtig. 

Erfolg braucht Regelbrüche.

© CPWISSEN am 22.02.2016 11:52

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