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Johannes Vetter, OMV: Content Marketing hat die Kraft, den Unternehmen die Moral unter den Füßen wegzuziehen

Im Gastbeitrag für den den österreichischen "Standard" wagt sich ein Kommunikationschef mit provokanter These in die Öffentlichkeit.

Johannes Vetter, OMV: Content Marketing hat die Kraft, den Unternehmen die Moral unter den Füßen wegzuziehen
Johannes Vetter

Content Marketing fördere die unredliche Vermischung von Anzeigenverkauf und redaktioneller Arbeit, meint Johannes Vetter, Kommunikationschef von OMV. Der Erdöl- und Erdgaskonzern zählt mit 23 Milliarden Euro Umsatz zu den größten börsennotierten Industrieunternehmen in Österreich.

Vetter begründet seinen Vorwurf damit, dass Angebote für "Werbung plus redaktionelle Betreuung" keine Seltenheit seien und katastrophal für einen kritischen, professionellen Journalismus. In der (unternehmens)kontrollierten direkten Vermarktung von Inhalten sieht er die Verheißung, gleich ganz auf kritischen Journalismus verzichten zu können. 

Was so mancher Kommunikationschef schon heimlich als 1:0-Sieg feiert – und im Medienlager auch so mancher Verlagsverantwortliche – hält Vetter für fatal. Denn das Content Marketing verstärke inmitten der medialen Umbruchphase das Bröckeln der Redaktionen. Und es trage dazu bei, dass den Unternehmen die journalistischen Sparringpartner fehlen mit ihrer Analyse, Einordnung und Kommentierung – vor allem aber mit der auch von Unternehmen so dringend benötigten Portion Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit. Gerade diese Glaubwürdigkeit aber, betont Vetter, ist die Basis jeder Geschäftstätigkeit.

Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass sich Johannes Vetter hier gezielt das Content Marketing in seiner Funktion als Bought Media vorknöpft.

zum vollständigen Beitrag im Standard

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© CPWISSEN am 04.01.2017 19:04

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Kommentar von AlexanderJanke |

Am partiellen Monetarisierungsproblem des Journalismus ist bestimmt nicht Content Marketing schuld. Und wenn es richtig gekennzeichnet ist, gibt es gegen CM absolut nichts zu sagen.

In meinem Blog habe ich eine ausführliche Antwort auf Johannes Vetter verfasst, wo hoffentlich auch deutlich wird: Es ist gar nicht so klar, wo Werbung aufhört und CM beginnt und man die PR davon sinnvoll abgrenzt.