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Programmatic

Das Gespenst Datenschutz schwebte über der d3con

Komplexe und teure Systeme, schärferer Datenschutz, Opt-in-Verfahren: Zur d3con, der Fachkonferenz für Programmatic, fanden sich so viele Marktteilnehmer ein wie noch nie – auf der Suche nach neuen Wegen?

d3con

Drei Schlagworte prägten die zweitätige Konferenz: Transparenz, Offenheit und Effizienz. Die glaubhafte Umsetzung dieser drei Begriffe wird entscheiden, wie die Branche der datennutzenden Werber und Kommunikatoren weiterarbeiten kann. Nicht zuletzt dank der von Facebook verursachten Datendiskussion schießt sich die Politik auf die Branche ein, es drohen Opt-In basierte Datennutzung und überzogene Datenschutzbestimmungen. 

d3conMit insgesamt 2.000 Teilnehmern war die d3con, Fachkonferenz im Bereich Programmatic, so stark besucht wie noch nie zuvor. Zum Besucherrekord trug  auch die d3con University am Vortag der Konferenz bei, die von 500 Besuchern aus werbungtreibenden Unternehmen, Medienhäusern und Agenturen für praktische Einblicke in das Programmatic Business genutzt wurde. 


Thema Nummer eins: Datenschutz

Thema fast jedes Gesprächs war aber der Datenschutz. Vor dem Hintergrund des Inkrafttretens der Datenschutz-Grundverordnung und trotz der mit der E-Privacy-Richtlinie verbundenen Unsicherheit zeigten sich die Marktteilnehmer zwar grundsätzlich optimistisch im Hinblick auf Programmatic Advertising. Dennoch: Über deren Wirkung wurde  kontrovers diskutiert: Bremsen die neuen Regeln auch tatsächlich die globalen Player ein, wie von der Politik gewollt, oder trifft es nur die kleinen Spezialisten, die sich von dubiosen Anwälten werden abmahnen lassen müssen?

Im Raum stand auch die Frage, ob eine Opt-In-Regel vor dem Hintergrund des jüngsten Facebook-Datenskandals zu mehr Datenschutz führt oder lediglich zu mehr Rechtssicherheit. Klar wurde: Die Branche rechnet trotz laufenden Dialogs mit der Politik grundsätzlich mit Einschränkungen bei der Optimierung von Marketingmaßnahmen.


Transparenz und Offenheit gefordert

Die Herausforderungen sind heftig. Fehlende Infrastruktur, komplexe und teure Systeme führen zu Verlusten. Übertriebener Datenschutz verhindert Datenintelligenz. Grundsätzlich, so viele Sprecher, muss sich die Branche fragen, wie sie über den juristischen Aspekt hinaus mit Daten umgehen wolle.

Transparenz, Offenheit und Effizienz, das wurde deutlich, sind die Voraussetzungen für Programmatic Advertising. Neue eigene Grenzen könnten keine Antwort sein auf die abgeschotteten Ökosysteme der großen US-Player. Vielmehr müssen die Marktteilnehmer, auch wenn sie untereinander konkurrieren, grundsätzlich sehr viel enger zusammenarbeiten.

 

© CPWISSEN am 12.04.2018 19:17

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