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Content-Strategie

Ikeas langer Marsch zur Digitalisierung

Mit dem neuen Katalog priorisiert Ikea Optik vor Content und lässt sich von Instagram inspirieren. Digital gilt: nothing's perfect.

Der neue Ikea Katalog

Alle Jahre wieder: Der Ikea-Katalog ist im Anmarsch - und viele Kunden freuen sich schon auf den Print-Wälzer im Briefkasten. Diesmal ist die Optik des neuen Katalogs merklich an die Online-Ästhetik von Plattformen wie Instagram oder Pinterest angelehnt, dennoch bleibt bei der Digitalisierung noch einiges zu tun.

Mit dem neuen Katalog setzt Ikea stärker auf Optik denn auf Content - und reduziert die redaktionellen Teile.   Die klassischen Ikea-Inhalte (wie gehe ich mit kleinen Räumen um, welche Wirkung haben Farben und Stoffe etc.) gibt es aber auch in diesem Jahr. Nur nicht im Katalog, sondern in einem eigenen E-Book zum 75. Firmenjubiläum. Über eine eigene Landingpage gelangen Kunden zum E-Book und den gesonderten Angeboten, mit denen Ikea sein Jubiläum feiert.

Gleichzeitig mit der Vorstellung des neuen Kataloges kündigte Ikea auch ein paar andere Neuerungen an: Ab September kann man in ausgewählten Filialen alte Möbel zurück verkaufen. Ikea wird sie dann in der Fundgrube zum Kauf anbieten. Damit setzt das Möbelhaus auf Nachhaltigkeit und versucht den Spagat zwischen günstigen Möbeln, die schnell gekauft und schnell ausgetauscht werden, und einem Kreislaufsystem als Gegenentwurf zur Wegwurfmentalität.

Eine weitere Neuerung kündigte der Möbelhändler bei seiner Online-Strategie an. Bislang ist es für Kunden nicht besonders attraktiv, online zu bestellen – die Lieferkosten liegen bei Waren über 30 Kilogramm bei bis zu 175 Euro, abhängig vom Preis der jeweiligen Artikel. Diese Kosten sollen nun gesenkt werden. Wie weit, steht allerdings noch nicht fest. Auch für den Service Click & Collect zahlen Kunden künftig zwar weniger, aber noch immer rund 15 Euro.

Ikea hat bei der Verknüpfung von Online- und Offline-Welt noch einiges zu tun. Bei der Einbindung digitaler Kanäle sind andere Unternehmen weiter. Die stylischen, quadratischen Bilder im Instagram-Stil nützen wenig, wenn Mitbewerber wie Otto und Zalando ihr Instagram Shopping bereits implementiert haben. Zu den First Movern zählt Ikea hier nicht. Instagram bietet das Shopping seit März 2018 in Deutschland an: Unternehmen, die ein eigenes Business-Profil auf Instagram haben, können ihren Account mit einem Produktkatalog verknüpfen.

Nach wie vor nicht zufriedenstellend ist auch die Verknüpfung des Online-Küchenplanung-Programms mit einem Apple-Gerät. "Das können Sie vergessen - Apple zieht da nicht mit" als lapidare Antwort eines Münchner Ikea-Mitarbeiters ist im Jahr 2018 ein No-Go.  

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© CPWISSEN am 20.08.2018 13:14

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