.: Strategie
Individualisierung

"Buchjournal": Individuelle Kundenbindung im Buchhandel

Mehr als 2.500 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen in der Kundenbindung auf das Buchjournal. Zunehmend mit eigenem Editorial und Lesetipps.

Buchjournal

Das Buchjournal – herausgegeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – erscheint sechs Mal im Jahr und hat sich zu einer zentralen Plattform für Autoren und Neuerscheinungen entwickelt. Der nächste Schritt folgte Anfang 2018: Buchhändler können sich jetzt auch persönlich an ihre Kunden wenden und über ein Online-Tool Individualisierungen vornehmen.

Auf der Umschlagseite ist Platz für die Adresse und das Logo der Buchhandlung, Händler können ein persönliches Editorial verfassen, eigene Lese- und Buchtipps oder Produktvorstellungen präsentieren, auf Veranstaltungen und Termine hinweisen oder ihre Serviceleistungen und speziellen Bestelldetails erklären. Bei knappem Zeitbudget kann auch auf inhaltliche Vorschläge der Redaktion zurückgegriffen werden, die frei kombinierbar sind.

Damit sollen die Kunden das Heft noch stärker als Empfehlung und Service der ausgebenden Buchhandlung wahrnehmen. Schon vorher konnten Buchhandlungen ihren Firmennamen auf das Heft drucken lassen, doch die neue Individualisierung geht deutlich weiter und sichert auch mehr Präsenz im Heft. Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann in Werne ist vom neuen Konzept überzeugt, da die individualisierte Form seine Buchhandlung "und uns als Team" sichtbar werden lässt.

Das passende Online-Baukastensystem stammt von dem Dienstleister Blue Lane und wurde zusammen mit dem Buchjournal-Team und elf Pilot-Buchhandlungen entwickelt. Es soll intuitiv zu benutzen sein, keinen großen Zeitaufwand erfordern und ortsunabhängig angewendet werden können.

Insgesamt erscheint das Buchjournal mit einer Auflage von 270.000 Exemplaren und erreicht pro Heft knapp sechs Leser, so die jüngste Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse. Der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB), ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, vermarktet das Magazin demnach mit einem TKP von 4,58 Euro.

Das Konzept wirkt. 2017 haben 63 Prozent der Buchjournal-Leser fünf oder mehr Bücher gekauft – gegenüber 21,9 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung. 48 Prozent der Leser haben eine Hochschulreife - fast doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung, und ihr finanzieller Spielraum ist mit 515 Euro um 24 Prozent deutlich höher als der des durchschnittlichen Bundesbrürgers mit 410 Euro.

Auch die Nutzungszahlen können sich sehen lassen: 68,6 Prozent lesen das Buchjournal mindestens zur Hälfte. Sicher auch, weil es ihnen der Buchhändler ihres Vertrauens persönlich in die Tüte gepackt hat.


Schwerpunkt: Regionalisierung

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© CPWISSEN am 12.09.2018 11:35

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