.: Strategie
AOK-Magazinfamilie

Die AOK regionalisiert mit AR

Die AOK-Medienfamilie erscheint pro Ausgabe mit rund 50 verschiedenen Versionen.

AOK-Magazin mit Augmented Reality

Es ist sechs Mal im Jahr eine Mammutaufgabe: Rund zwölf Millionen Exemplare von bleibgesund und vigo verschickt die AOK insgesamt an ihre Versicherten ab 25 und 65 Jahren. Bis zu 50 verschiedene Ausgaben gehen an die Versicherten. Ein Rentner in Hamburg bekommt ein anderes Heft als eine Studentin in Leipzig. Die Printausgaben sind regionalisiert und mit Lokalteilen angereichert. Das gilt auch für die Titel on für Jugendliche, Berufsstarter und Studenten sowie Supplements wie pflegen für pflegende Angehörige und Curaplan spezial für Asthma-, und COPD-Patienten. In mehreren Ausgaben sind insgesamt 65 lokale Informationen auf der Ebene von AOK-Regionaldirektionen in die Heftmitte eingeheftet.

Damit sollen die Magazine die Besonderheit der AOK abbilden, denn sie ist nicht zentral, sondern regional organisiert. "Diesen Wettbewerbsvorteil transportieren auch die Medien, indem sie neben den bundesweiten auch die regional besonders relevanten Gesundheitsthemen berücksichtigen können", erklärt Torsten Ceynowa, Chefredakteur bleibgesund.

Für jedes Heft gibt es ein "Modellheft". "Dabei handelt es sich um einen redaktionellen Baukasten mit allen Elementen, die für ein gedrucktes Medium nötig sind", so Ceynowa. Diese Modellhefte werden mit allen AOKs abgestimmt, um eine gemeinsame und qualitätsgesicherte Basis für die Regionalisierung anzubieten. Die Regionalisierung selbst reicht von der Konkretisierung von Kontaktadressen und URLs über die Ergänzung und den Austausch von Beiträgen und Heftstrecken bis hin zur Erweiterung der Magazine um originär regionale Inhalte und Themen.

Zusätzlich bieten einzelne Kassen, etwa die AOK Baden-Württemberg, ihren Versicherten weitere Inhalte per Augmented Reality an. Das können Videos sein, 360°-Panoramen, interaktive Karten, Musiktitel, 3-D-Infografiken, weiterführende Weblinks, Anmeldetools oder praktische Alltagshelfern: So können zum Beispiel Rezepte gespeichert, Einkaufslisten erstellt oder Filme mit Fitnessübungen aktiviert werden.

Solche Zusatzinhalte lassen sich ebenfalls regional und auf spezielle Zielgruppen zuschneiden. Nutzer brauchen eine App, um die AR-Inhalte sehen zu können. Haben sie die installiert, können sie über Location Based Services beispielsweise direkt mit der AOK-Geschäftsstelle in ihrer Nähe Kontakt aufnehmen oder die regionalen AOK-Gesundheitskurse der nächsten Geschäftsstellen aufrufen und sich anmelden. Diese digitalen Inhalte werden regelmäßig aktualisiert, sodass das Magazin auch Monate später noch immer aktuell ist. Ruft man die Kurse auf, erhält man immer das aktuelle Kursangebot mit entsprechendem Anmeldebogen.

Die Regionalisierung der Hefte organisieren 13 Redakteure bei WDV. Sie kümmern sich in enger Abstimmung mit den AOKs um den gesamten Prozess der Planung, Er- und Bearbeitung sowie Freigabe der einzelnen Medien. Sie haben außerdem die Aufgabe, regionale Magazine aus einem Guss und ohne qualitative Brüche zu gestalten. Die Themen managen sie mit Hilfe eines Themendesks. Technisch basiert die Produktion auf dem Redaktionssystem QPP/Quark Xpress. Zusätzlich steht ihnen das von wdv selbst entwickelte CMS- und Archivsystem namens "wdvCompass" zur Verfügen. Es ist speziell auf die Anforderungen der regionalen Produktion ausgerichtet und steht auch anderen Unternehmen zur Verfügung. Es gibt auch bereits einige externe Anwender, die damit ihren Workflow organisieren.

Die Anpassung der Inhalte an lokale Besonderheiten macht auch vor dem Kindermagazin der Krankenkasse nicht halt. Momentan arbeiten die AOK und wdv an der Regionalisierung des Kindermagazins jojo.

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© CPWISSEN am 08.08.2018 16:55

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