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Gegen anstößige Werbeumfelder

Youtube kämpft mit KI gegen Trash und für Werbung

Youtube zählt nicht zu Werbers Liebling. Zuviel Hass und Diskriminierung im Umfeld schaden dem Image der Marken. Jetzt wird Google aktiv. Gemeinsam mit Mediaprofis entsteht eine Art Brand Safety Reporting.

Youtube kämpft gegen Trash-Inhalte

2016 war ein schlechtes Jahr für Youtubes Werbeimage. 2017 startete nicht minder schwach: AT&T und John & Johnson zogen sich laut New York Times zurück. Ende März fand die britische Times heraus, dass inzwischen mehr als 250 Marken, darunter L'Oréal, Audi, McDonald's und HSBC ihre Budgets aus Youtube abgezogen haben. Der Vorwurf lautet unisono: Diskriminierender Content im Youtube-Anzeigen-Umfeld beschädige ihre Marken. Fieberhaft sucht Mutter Google nach Abhilfe. Zwecks Unterstützung klopfte man angeblich bereits bei großen Mediaspezialisten wie Omnicom und Comscore an. Jedenfalls wurden jetzt überarbeitete Geschäftsbedingungen vorgestellt.  

Fällt Content ab sofort in die Kategorie "dangerous or derogatory", dann bleibt er werbefrei. Besonders will Google auf international geschützte Menschenrechte achten, die Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter, Religion und sexueller Orientierung verbieten. Darüber hinaus soll auch der Schutz von Minderheiten wie Flüchtlingen, Immigranten oder Obdachlosen gewährleistet sein. 

Ebenfalls neu: 

  • Schnellere Markierungen: 
    YouTube-Videos, die Ad-Richtlinien verletzen, lassen sich schneller markieren und binnen Stunden überprüfen.
  • Neue Standardeinstellungen:
    Marken müssen sich über Opt-in bewusst für Werbung in Live-Streams und sensationsträchtige Inhalte entscheiden. 
  • Neue Themenklassifizierung:
    YouTube-Video-Kampagnen werden drei neue Klassifikationen hinzugefügt – sexuell suggestiv, mit gröberen Inhalten und schockierend –, damit Risiko-Inhalte leichter zu identifizieren sind.
  • Neue Account-Level-Steuerung:
    Marken können bestimmte Websites oder Kanäle auf YouTube und im Google Display-Netzwerk generell ausschließen, anstatt für jede einzelne Kampagne Ausschlüsse zu definieren.

Google übt sich zugleich in Bescheidenheit. Ein Sprecher des Unternehmens: "Wir sind überzeugt, mit diesen Schritten, Marken künftig besser schützen zu können, wenngleich uns bewusst ist, dass kein System zu 100 Prozent perfekt ist. Wir werden es kontinuierlich verbessern." 

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz will Google ab sofort fünfmal mehr Werbeumfelder prüfen können als bisher, wobei sich die Verantwortlichen ihrer Sisyphusarbeit bewusst sind: Jede Minute werden 400 Videostunden zusätzlich ins Netz gestellt. 

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© CPWISSEN am 03.04.2017 12:48

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